Mariäkappel Neun Chöre beim Wäldertreffen in Mariäkappel

Mariäkappel / UTE SCHÄFER 20.05.2014
66 Jahre Wäldertreffen - das heißt: 66-mal haben sich die Gesangvereine der Gegend zum gemeinsamen Singen versammelt. Am Sonntag gings nach Mariäkappel, wo der Liederkranz 150. Geburtstag feiert.

Natürlich wurde vorher geprobt, natürlich wurden die besten, schönsten, wohlklingendsten Lieder ausgesucht. "Man will sich ja von der besten Seite zeigen", sagte Erich Feuchter vom Musikverein Waldtann, der gleichzeitig auch Vorsitzender der Wäldergruppe ist - der Gemeinschaft jener sieben Musikvereine also, die sich (mit Gastvereinen) jährlich einmal treffen.

Am Sonntag kamen neun Chöre zusammen - eine imponierende Sänger-Menge: Neben dem gastgebenden Chor, dem Liederkranz Mariäkappel, war dessen Patenchor aus Ellrichshausen dabei, als Gastchor die Eintracht Daudenzell, außerdem der Nachbarchor aus Unterampfrach, dazu die Chöre aus Rechenberg, Westgartshausen, Wildenstein, Stimpfach und Waldtann. Alle hatten sich in Schale geschmissen, trugen ihre Uniformen, Schals oder Chorkrawatten und traten der Reihe nach auf.

"Absingen nennen wir das", erklärte der Mariäkappler Liederkranz-Vorsitzende Anton Kohlbeck. "Es ist die verbindende Kraft des Liedes, die uns hier zusammenkommen lässt."

Nach dem feierlichen Einmarsch der Fahnen, den Grußworten und dem gemeinsam angestimmten "Deutschen Sängergruß", ging es an die Liedbeiträge. Die Sänger waren aufgeregt. Nervöser vielleicht als bei ihren "normalen" Auftritten. Es saßen ja die Kollegen im Publikum, die echten Fachleute also. Und die fachsimpelten zwischen den Liedern natürlich kräftig herum: "Die haben aber einen starken Tenor", hieß es da etwa. Oder: "Ein toller Klangkörper." Aber auch: "Der Sopran könnte ein bisschen stärker singen. . ." Doch alles ging gut über die Bühne - will heißen: über das Podest der voll besetzten Festhalle in Haselhof.

"Das Schöne ist, dass hier nichts aus der Konserve ist", sagte der Kreßberger Bürgermeister Robert Fischer, als er die Chöre begrüßte. Zuvor hatte sich der Vorsitzende des Chorverbandes Hohenloher Gau, Gerhard Hauf, gefreut, dass sich so viele Menschen im Zeichen des Liedes vereinten. "Das Singen fördert die Gemeinschaft", sagte er. So war es dann auch, und so wird es sicher auch im kommenden Jahr sein - dann in Rechenberg.

Für den Mariäkappler Liederkranz ist das Jubiläumsjahr zum 150. Bestehen mit dem gelungenen Wäldertreffen allerdings noch nicht vorbei, kündigte Chorleiter Norbert Sprave an: "Wir haben ja noch das Jubiläumskonzert am 30. November vor uns."