Gammesfeld Gammesfeld feiert Tag des offenen Dorfes

Architekt Martin Dill, Bürgermeisterin Petra Weber, Abteilungskommandant Jens Doberer und Gesamtkommandant Rolf Kastler (von links) bei der Schlüsselübergabe für das neue Magazin.
Architekt Martin Dill, Bürgermeisterin Petra Weber, Abteilungskommandant Jens Doberer und Gesamtkommandant Rolf Kastler (von links) bei der Schlüsselübergabe für das neue Magazin. © Foto: Guido Seyerle
Blaufelden / Guido Seyerle 11.06.2018
Zahlreiche Besucher haben gestern beim Tag des offenen Dorfes in Gammesfeld Firmen, Vereine und Privatgärten erkundet. Schon am Samstag wurde das neue Feuerwehrmagazin eingeweiht.

Die Freude war gestern in ganz Gammesfeld zu spüren: Endlich wieder einmal ein Tag des offenen Dorfes! „Man sieht, die Leute haben Lust darauf, sie haben viele Ideen entwickelt und sind motiviert“, sagte Jürgen Hahn am Stand der berühmten Raiffeisenbank. „Es ist gut, wenn man so etwas nicht jedes Jahr macht.“ Manfred Krämer und Helmut Häfner nickten zustimmend, während sie beobachteten, wie Janne Hahn sein Glück beim Ballwurf versuchte. Zwar flog das Runde etwas am Eckigen vorbei, aber selbst dafür gab es noch einen Trostpreis.

 Kurz nach 12 Uhr versammelten sich immer mehr Menschen am Lagerhaus – wohl auch, weil es dort Sekt zum Verkosten gab. Rund ein Dutzend Gammesfelder hatte seinen Spaß und kreierte Sprüche wie „Es gibt nichts Schöneres auf der Welt als sein Geld in Gammesfeld“ und „Alle Bälle sind weg, aber es reicht ja, wenn die Sparbücher da sind“. Eine fröhliche Feierstimmung breitete sich bei frühsommerlichem Sonnenschein im Blaufeldener Teilort aus. Vereine, Handwerker und Privatpersonen zogen an einem Strang. Marius Beck etwa, den Einheimischen als Spvgg-Stürmer bekannt, war am Vereinsstand für das Zubereiten der Schnitzelburger verantwortlich. Gleichzeitig feierte er mit seiner Mischlingshündin Tia ihren vierten Geburtstag – und freute sich: „Meine Mutter hat ihr ein rot-schwarzes Trikot gestrickt.“

Nur eine kleine Auswahl der gestrigen Aktivitäten: Günter und Daniel Glenk berieten mit ihrem Team mehrere Dutzend Besucher über Blockheizkraftwerke, Fotovoltaik und Elektroinstallationen. Tobias Hinterkopf präsentierte seine neue 220-Tonnen-Abkantmaschine. Ein paar Meter weiter zeigte die 75-jährige Künstlerin Irene Hornung unter anderem ein Tropfwachs-Bild, das nach dem Besuch einer Nebelhöhle entstand.

 Den größten Zuschauerzuspruch des Wochenendes allerdings fand die Feuerwehrübung am Samstagnachmittag vor dem neuen Magazin. „Der Plan war, dass das Auto direkt auf den Baustamm fällt und wir dann die patientenschonende Rettung zeigen können“, berichtete Rolf Deeg. Dafür sollte das Fahrzeug von einem Autokran gelupft und dann ausgeklinkt werden. Allerdings krachte es mit rund 40 Stundenkilometern seitlich auf den Baumstamm. Die Kameraden der Blaufeldener Feuerwehr freilich stellten sich blitzschnell auf die neue Situation ein. Die rund 120 Zuschauer sahen, wie das Autodach aufgeschnitten wurde. Kommentator Deeg selbst konnte nicht an den Rettungsarbeiten mitwirken. Er hatte sich bei einem Einsatz vor zwei Wochen mehrere Bänder im Arm gerissen.

Der Wunsch, nach den Einsätzen gesund nach Hause zu kommen, spielte bei jedem der Festredner zur Einweihung des neuen Feuerwehrmagazins am späten Samstagnachmittag eine Rolle. Nicht einig war man sich aber über den Zeitraum von der Ideenfindung bis zur Realisierung. Bürgermeisterin Petra Weber errechnete fünf Jahre, der Blaufeldener Kommandant meinte, es sei länger gewesen. Der Umbau des ehemaligen Farrenstalls jedenfalls kostete rund 780.000 Euro – bei Fördermitteln von 350.000 Euro. Kastler verriet: „Die Kameraden sind sehr froh, denn es gab im alten Magazin kein fließendes Wasser und kein WC. Der Neubau erhöht die Motivation.“

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