Schrozberg Neubauten für Bauhof in Schrozberg lösen Debatte über eine Prioritätenliste aus

Ortstermin des Schrozberger Stadtparlaments: Vor ihrer Sitzung machten sich die Gemeinderäte ein Bild über die derzeitigen "Filialen" des städtischen Bauhofs wie hier der Vorgängerbau beim alten Friedhof.
Ortstermin des Schrozberger Stadtparlaments: Vor ihrer Sitzung machten sich die Gemeinderäte ein Bild über die derzeitigen "Filialen" des städtischen Bauhofs wie hier der Vorgängerbau beim alten Friedhof. © Foto: Harald Zigan
Schrozberg / HARALD ZIGAN 10.10.2014
Gerätschaften und Material des kommunalen Bauhofs in Schrozberg sind auf vier Gebäuden verstreut - das bedeutet umständliche, lange Wege. Abhilfe soll eine neue Lagerhalle nebst Anbau schaffen.

Reiner Marschik beneidet seine Kollegen in anderen Kommunen, die ihre Fahrzeuge und Utensilien allesamt unter einem Dach stehen haben. Der Leiter des Bauhofes in Schrozberg und sein Team dagegen pendeln oft zwischen vier Stellen in der Stadt hin und her: Neben dem "neuen", auch schon über 25 Jahre genutzten Bauhof am Ortsrand der Sigisweiler Straße dienen sowohl sein Vorgänger am alten Friedhof sowie eine benachbarte, überaus altersschwache Scheune als Depot für vielerlei Material. Und sogar im Keller des Schlosses müssen noch diverse Utensilien gebunkert werden.

Deshalb will das Rathaus diese Diaspora einer kommunalen Einrichtung zu beenden - und zwar mit einer neuen, rund 12 auf 26 Meter großen Lagerhalle auf dem Areal des neuen Bauhofs, der zudem mit einem Anbau vergrößert werden soll. Geschätzte Kosten: 160.000 Euro für die Halle und 130.000 Euro für den Anbau.

Prioritäten setzen

Bevor das Stadtparlament grünes Licht für die weitere Planung beider Projekte gab, entspann sich vor allem zwischen Bürgermeister Klemens Izsak und Hans-Joachim Feuchter ein längerer Disput um eine grundsätzliche Frage. Der Stadtrat vermisste nämlich angesichts von etlichen "Baustellen" in der Stadt wie zum Beispiel Bücherei, Mensa, Rathaus-Aufzug und Freibad-Sanierung eine Liste mit den in den nächsten Jahren anstehenden Vorhaben und ihren ungefähren Kosten, damit auch Prioritäten gesetzt werden können.

Die Bauhof-Projekte jedenfalls, so Hans-Joachim Feuchter, sollten bei aller Notwendigkeit nicht "hopplahopp" beschlossen werden. Auch Stadtrat Lothar Mühlenstedt hielt eine solche Liste für sinnvoll, um zu wissen, wohin die finanzielle Reise der Stadt geht.

Bürgermeister Klemens Izsak entgegnete, dass quasi jeder Haushalt eine solche Liste darstelle. Kostenschätzungen seien überdies bei etlichen Vorhaben in ihrem derzeitigen Stadium schwierig. Und beim Bauhof gehe es noch nicht um einen Baubeschluss, sondern um die weitere Planung - auch im Interesse von möglichen Zuschüssen aus dem Ausgleichstock.

Ein Antrag von Stadtrat Feuchter, einen Beschluss zum Bauhof so lange zu verschieben, bis die gewünschte Prioritätenliste vorliegt, fand letztlich nur zwei Ja-Stimmen im Gremium. Bei zwei Nein-Stimmen wiederum machte der Gemeinderat den Weg für die weiteren Bauhof-Planungen frei.

Keine Antwort fand das Stadtparlament auf die Frage, wie und wann die alte Post beim Bahnhof saniert werden soll. Die Vorschläge reichten von einer Nutzung als Bücherei bis hin zu einem Verkauf der städtischen Immobilie.

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