Untermünkheim Nahwärmeverbund eingeweiht

Mit Bürgen nehmen Gebhard Gentner, Christoph Maschke und Stadtwerke-Chef Johannes van Bergen (von links) das neue BHKW in Augenschein. Foto: lip
Mit Bürgen nehmen Gebhard Gentner, Christoph Maschke und Stadtwerke-Chef Johannes van Bergen (von links) das neue BHKW in Augenschein. Foto: lip
Untermünkheim / ELVIRA PROBST-LIPSKI 03.02.2014
Bei einem Garagenfest 2011 verfassten Bürger um Norbert Bauer und Ariane Knapp im Steinbühl einen Serviettenvertrag, der den Einstieg in ein Nahwärmekonzept fordert. Jetzt wurde der Wärmeverbund " Im Bühl" eingeweiht.

Die Unterschriftenaktion von einst führte zum Erfolg: In der Weinbrennerhalle Untermünkheim ist nun der neue Wämeverbund "Im Bühl" eingeweiht worden. Standort des zweiten großen Blockheizkraftwerks (BHKW) in Untermünkheim ist der ehemalige Heizungsraum in der Schule. Von dort aus werden 90 Prozent der Häuser im Gebiet Auäcker I mit Wärme und Warmwasser versorgt. Die Energie dazu kommt per Gaslieferung.

Das Ganze wurde möglich durch ein Contracting, einen Vertrag zwischen den Stadtwerken Hall und der Gemeinde. Gebhard Gentner, Geschäftsführer bei den Stadtwerken, blickte drei Jahre zurück, als er das Konzept im Gemeinderat vorstellte. Die Gaskonzession für die Kochertalgemeinde ist bereits Fakt, die Stromnetzkonzession auf gutem Wege. Die Stromnetzübernahme ist für den 1. Januar 2015 geplant. Der Ausbau der Nähwärmeversorgung ist ein großes, auch wirtschaftliches Thema.

Bereits bei der Renovierung der Hallen wurde ein BHKW installiert. Der Gemeinderat hatte Diskussionsbedarf, die Bevölkerung großes Interesse. Das Knowhow der Stadtwerke genoss Vertrauen. Der Wärmeverbund sei ein Zukunftsthema, so Gentner: Dezentralität sei angesagt, dank intelligenter Technologien sei die Einsparung von CO2-Emissionen möglich.

Die Bauarbeiten in der Siedlung waren mit 600000 Euro Investitionen kostenintensiv. Bürgermeister Christoph Maschke erinnerte an die Aufregung durch einen Bombenfund auf der Baustelle: "Inzwischen wurde alles kontrolliert, die Gegend ist altlastentfrei!" Er dankte dem Gemeinderat, aus dessen Mitte der Anstoß für das Projekt gekommen sei, das Gremium sei innovativ vorgegangen und habe nun ein ökologisches und ökonomisches Projekt geschaffen. Die Bürgerbefragung für den nächsten Bauabschnitt Richtung Haagen läuft derzeit an.

Maschke wünschte allen Nutzern warme Wohnungen und immer warmes Wasser: "Wenn das in 20 Jahren auch noch so ist, haben wir alles richtig gemacht."