Blaufelden Nach zweieinhalb Jahren die Erkenntnis: Es ist ein wundervoller Beruf

Sophie Abendschein.
Sophie Abendschein. © Foto: Marcus Götz
Blaufelden / SWP 12.03.2016
Dekan Siegfried Jahn hat seit dem 1. März eine Pfarrerin zur Dienstaushilfe. Morgen wird sie sich der Blaufelder Gemeinde um 10 Uhr im Gottesdienst in der Ulrichskirche vorstellen.

Sophie Abendschein, die im Februar ihr Vikariat abgeschlossen hat, steht nun voraussichtlich drei Jahre Dekan Jahn für Vertretungsdienste in der Kirchengemeinde und Springerdienste im Kirchenbezirk zur Verfügung. Sie wohnt mit ihrem Mann in Schrozberg, wo er am 1. April sein Vikariat beginnen wird.

Seit wann wussten Sie, dass Sie Pfarrerin werden wollen?

SOPHIE ABENDSCHEIN: Als Schülerin wusste ich überhaupt nicht, was ich beruflich machen will und auch nicht, was ich studieren soll. Es gab zu viele Möglichkeiten, zu viel, was mich interessierte. Für Theologie habe ich mich schließlich entschieden, um möglichst viele meiner Interessen in einem Fach unterzubringen: Sprachen, Geschichte, Arbeit mit Texten, die Beschäftigung mit Gott, mit Menschen, mit dem Glauben und mit existentiellen Fragen. Dabei stand zu Beginn für mich fest: Pfarrerin werde ich auf keinen Fall. Niemals. Das hat sich im Lauf der Zeit geändert, durch Praktika, dadurch, dass ich ein genaueres Bild von dem Beruf bekommen habe, dadurch, dass ich mich selber besser kennengelernt habe. Und irgendwann habe ich gemerkt: Das ist es vielleicht doch. Und nach zweieinhalb Jahren Vikariat in Schorndorf stand die Erkenntnis: Es ist ein wundervoller Beruf. Es fühlt sich richtig an. Also soll es wohl so sein.

Was gefällt Ihnen an dem Beruf?

ABENDSCHEIN: Die Vielfalt an Aufgaben und Gestaltungsmöglichkeiten, dass ich mit Menschen ins Gespräch kommen kann über das, was Halt gibt, was trägt. Dann die Chance, ganz unterschiedliche Menschen in wichtigen Momenten ihres Lebens zu begleiten. Und dass ich mich mit dem, was ich bin, einbringen kann. Das ist manchmal auch anstrengend, aber vor allem schön und erfüllend. Außerdem feiere ich gern Gottesdienst und empfinde es als Bereicherung, so bewusst mit dem und im Kirchenjahr zu leben.

Was sind Ihre Hobbys?

ABENDSCHEIN: Lesen - Romane und Gedichte. Wandern, spazieren gehen, ausgiebig in Cafés sitzen mit Tee und Kuchen und noch mal Tee, Kino, vor allem französische Filme, Singen, Zeit mit meinem Mann und mit Freunden verbringen.

Was sind Ihre persönlichen Hoffnungen für die Kirche?

ABENDSCHEIN: Wir feiern 2017 Reformationsjubiläum. Den Reformatoren ging es damals um Erneuerung der Kirche. Ich hoffe, dass die Kirche ihre Erneuerung als bleibende Aufgabe sieht. Dass sie immer weiter und immer neu auslotet, was es in der jeweiligen Zeit heißt, sich an Jesus Christus zu orientieren und sich auf die Schrift zu besinnen. Ich wünsche mir, dass Kirche offen ist, aber nicht beliebig und auf jeden Fall mutig. Ein Ort, an dem Menschen sich angenommen fühlen, so wie sie sind, ohne Teile ihrer Persönlichkeit verstecken zu müssen. Ein einladender Ort, der die Vielfalt der Gesellschaft widerspiegelt und Freiheit und Hoffnung atmet.

Die Fragen stellte Marcus Götz.

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