Langenburg Nach dem Lkw-Unfall am Freitag gibt es Entwarnung für das historische Stadttor

Langenburg / MANFRED MÜHLENSTEDT 18.05.2015
Das Stadttor bleibt nach dem Lkw-Unfall zwar bis auf Weiteres gesperrt, aber Einsturzgefahr besteht dank tatkräftiger Unterstützung nicht mehr. Dafür wird der Schaden auf eine sechsstellige Summe geschätzt.

Die Feuerwehr Langenburg war gerade unterwegs, um nach einer Übung im Kindergarten die Geräte zurück nach Crailsheim zu bringen. Gegen 12.30 Uhr am Freitag kamen sie mit ihrem Mannschaftstransportwagen beim Langenburger Torturm an. Dort krachte und staubte es (wir haben berichtet). Mara Kraushaar, Pressesprecherin der Langenburger Feuerwehr berichtet: "Zuerst dachten wir, da hat einer wieder mal das Tor gestreift, zusammenkehren und gut." Aber dann sahen wir, dass die Schlusssteine im Tor fehlten und unser Kommandant Eberhard Krebs löste einen Alarm aus.

Das war richtig. Denn kurz zuvor war der Lastwagen einer örtlichen Baufirma durch das 500 Jahre alte Tor gedonnert. Er hatte einen sogenannten Abrollkran auf der Ladefläche, einen Kran, mit dem Container heraufgezogen werden können. Dieser Kran war etwas zu hoch, denn er zerschlug den vorderen Schlussstein des Tores, die Balken dazwischen und den Gewölbeschlussstein am Ausgang. Damit war das uralte Langenburger Stadttor einsturzgefährdet. Kurze Zeit später war alles vor Ort: die Polizei, um den Verkehr zu regeln, Bürgermeister Wolfgang Class, um sich zu informieren und diese Informationen an die Busunternehmen und alle weiteren Betroffenen weiterzugeben, Bauingenieur Friedrich Schust aus Satteldorf, um die Lage einzuschätzen. "Hätte der Fahrer den Schlussstein mit seinem Kran-Arm treffen wollen, das hätte er kaum geschafft. Aber so sind die Zufälle", sagte Schust. Unterdessen machte sich Karlfried Etzel aus Oberregenbach mit seinen Zimmermännern an die Sicherung und Versprießung, tatkräftig unterstützt von der Langenburger Feuerwehr. Schließlich befinden sich über dem Torturm noch zwei Wohnungen.

Der Schaden beträgt nach Angaben der Polizei und des Statikers zwischen 100.000 und 250.000 Euro, den Lkw noch gar nicht mit eingerechnet. Zudem bleibt das Stadttor bis auf Weiteres gesperrt. Das Landesdenkmalamt muss noch eingeschaltet werden.

Und jetzt die gute Nachricht: Das Stadttor ist statisch gesichert - den Zimmermännern und der Feuerwehr sei Dank. Die Wohnungen müssen nicht evakuiert werden. Pünktlich zur Eröffnung des Jagsttal-Wiesen-Wanderwegs verfügte Langenburg über eine zusätzliche Attraktion, wenn auch über eine ungewollte.

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