Brettheim Mutige Männer nicht vergessen

Norman Krauß steht an der Spitze des Brettheimer Fördervereins. Privatfoto
Norman Krauß steht an der Spitze des Brettheimer Fördervereins. Privatfoto
Brettheim / PM 16.02.2012
Die "Männer von Brettheim" sind nicht vergessen: Die Erinnerungsstätte im Rathaus des Dorfes dokumentiert seit 20 Jahren das Schicksal dieser drei Bürger, die am 10. April 1945 von der SS ermordet wurden.

Wohl kaum ein Ereignis am Kriegsende 1945 in Hohenlohe ist besser dokumentiert: Seit ihrer Eröffnung am 8. Mai 1992 zeichnet die Ausstellung im Brettheimer Rathaus auf lokaler Ebene den Weg in den Untergang des "Dritten Reiches" nach - und hält mit vielfältigen Exponaten die Erinnerung an die "Männer von Brettheim" wach, die verblendete "Hitlerjungen" entwaffneten und keine Todesurteile von SS-Standgerichten gegen ihre Mitbürger unterzeichnen wollten.

Für dieses markante Beispiel von vernünftiger Zivilcourage und militärischem Wahnsinn gegen die eigene Bevölkerung interessierten sich im Jahr 2011 rund 1200 Menschen, wie Norman Krauß als Vorsitzender des Fördervereins für die Erinnerungsstätte bei der Hauptversammlung bilanzierte.

Die Besucherstatistik liegt damit im Trend der Vorjahre mit Zahlen zwischen 1100 und 1500. Sorgen macht sich Norman Krauß allerdings über den Anteil der Jugendlichen, der binnen eines Jahres von 40 auf 29 Prozent zurückging. Das Interesse der Schulen an der Brettheimer Einrichtung gehe offenbar zurück und habe eine Ursache womöglich auch in den schlechten Busverbindungen.

Bei den Finanzen des Fördervereins, der derzeit rund 140 Mitglieder in seinen Reihen hat, herrscht jedenfalls kein Schwund, wie Kassier Thomas Pittner erläuterte. Und Kassenprüfer Werner Schmidt fand eine tadellose Buchhaltung vor.

Zum 20-jährigen Bestehen der Erinnerungsstätte hat der Förderverein ein spezielles Angebot ausgearbeitet (siehe Info). Ein Höhepunkt dürfte die Jubiläumsfeier am 8. Mai sein: Über Kontakte, die der frühere Ortsvorsteher Fritz Braun geknüpft hat, konnte Berthold Graf von Stauffenberg für einen Vortrag in Brettheim gewonnen werden. Der pensionierte Generalmajor der Bundeswehr ist der älteste Sohn von Claus Schenk Graf von Stauffenberg, Planer und "Kopf" des gescheiterten Attentats auf Hitler am 20. Juli 1944.

Thilo Pohle kündigte an, dass er während der Elser-Ausstellung im November bislang unveröffentlichtes Filmmaterial mit Brettheimer Zeitzeugen zeigen wolle - quasi als Geschenk der Rothenburger Filmgruppe zum Jubiläum.

Immer wieder werden der Erinnerungsstätte auch neue Exponate gestiftet - wie zum Beispiel von Granatsplittern durchlöcherte Kinderschuhe, die ein Mädchen aus Brettheim im April 1947 bei den Angriffen auf das Dorf trug.