Mainhardt Musiker zeigen besinnliche Seite

Gitarrist Michael Schad und die Sänger Markus Stricker und Biggi Binder von der Band "Wendrsonn" interpretieren einen gefühlvollen Song beim Konzert im Mainhardter Riegenhof.
Gitarrist Michael Schad und die Sänger Markus Stricker und Biggi Binder von der Band "Wendrsonn" interpretieren einen gefühlvollen Song beim Konzert im Mainhardter Riegenhof. © Foto: Kurt Hinz
Mainhardt / KURT HINZ 09.12.2015
Wie fühlt sich der Winter an? Dieses Thema hat die Gruppe "Wendrsonn" für ihr Mainhardter Konzert aufgegriffen. Die Zuhörer in der Kulturscheune auf dem Riegenhof kamen dabei auf ihre Kosten.

Eine Hommage an den Winter: Dies war mit all seinen Facetten das Konzert der Gruppe "Wendrsonn" in der Kulturscheune auf dem Riegenhof am vergangenen Freitagabend. "Wendrlieder", so lautete das Thema des Konzerts, das die sechs Musiker um Markus Stricker ihren Zuhörern präsentierten.

Die Kulturscheune war bis auf den letzten Platz besetzt. Das Programm, eine Zusammenstellung aus alten Volks- und Kirchenliedern sowie Wendrsonn-Klassikern, begeisterte die Gäste von der ersten Minute an. Der Winter und seine emotionale Wahrnehmung im Laufe der Jahrhunderte standen im Mittelpunkt. Einige Stücke stammten aus der Renaissance.

Zwischendurch lockerten Gedichte wie von Walther von der Vogelweide, vorgetragen von Bassist Ove Bosch, das Geschehen auf. Weihnachtlich war das Instrumentalduett "Ich steh' an deiner Krippe" von Johann Sebastian Bach, gespielt von Florian Vogel (Violine) und Michael Schad (Gitarre).

Gruselig wurde es, als Markus Stricker die Geschichte vom Rostelschäfer erzählte: ein Schäfer aus Sulzbach, der seine schwangere Liebste umgebracht hatte und dafür gehängt wurde. Sein Geist soll immer wieder in Sulzbach aufgetaucht sein. Stricker kennt viele Geschichten aus der Region, beinahe jedes Dorf hat seine eigenen Erzählungen. Bewegend die Geschichte, die Sängerin Biggi Binder von ihrer Oma erzählte, die ihr Leben in Form von Postkarten und Bildern in einem Schuhkarton aufbewahrt.

Titel wie "En Muardres Stübele", "Draussa em Wald" sowie "Es schneialet" fehlten nicht. Das Publikum ließ sich von der verzauberten Stimmung anstecken. Die Zuhörer waren begeistert, die besinnliche Seite der Musiker kennenzulernen. Denn die meisten Besucher kennen nur die Band, die als die beste Mundartband im Ländle bezeichnet wird und bei der diesjährigen SWR-1-Hitparade Platz 46 belegt hat.

"Wendrsonn", das sind der quirlige Markus Stricker, die Sängerin Biggi Binder mit ihrer soulartigen Stimme, der unvergleichbare Bassist Ove Bosch, der Gitarrenvirtuose Michael Schad, Schlagzeuger Heiko Peter und an diesem Abend an der Violone, Florian Vogel.

Wenn es auch ein eher besinnlicher Abend war, ab und an kam bei den Musikern doch ein wenig die Frechheit durch. Das zeigte sich besonders darin, als Stricker sich gegen Ende als "der letzte Rock'n'Roller" outet: ein Titel aus der erst vor kurzem veröffentlichten CD "Geile Zeiten".

Gastgeberin Doris Braun, die am Freitag Geburtstag hatte, durfte sich über ein Geburtstagständchen freuen. Mit dem Titel "Da ben i Dahoim" verabschiedete sich "Wendrsonn" vom begeisterten Publikum. Veranstalter Edmund Braun bezeichnete das Konzert als Highlight des Jahres in der Kulturscheune.

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