Mehr Zeit und wohl auch Geduld ist in der kommenden Woche nötig, um aus dem Landkreis Hall über die Murrbahn nach Stuttgart zu kommen. Zwischen Winnenden und Neustadt-­Hohenacker werden die Gleise ausgetauscht. Die Strecke zwischen Winnenden und Waiblingen ist ab Sonntag (23.50 Uhr) gesperrt. Wer aus dem Landkreis Hall kommend weiter nach Stuttgart möchte, muss bereits in Backnang auf den Bus umsteigen – Fahrräder werden in den Bussen nicht mitgenommen. Der Bus fährt ohne Zwischenhalte nach Waiblingen. Dort geht es auf der Schiene weiter. Neben der S-Bahn (Linie 3) können zwischen Waiblingen und Stuttgart verschiedene Angebote genutzt werden.

Vollständiges Angebot nach Bauarbeiten

Der Abschluss der Bauarbeiten zwischen Winnenden und Waiblingen am 13. Juni bildet gleichzeitig auch das Ende der Fahrplanreduzierung wegen der Corona-Pandemie. Ab dem 14. Juni um 5.10 Uhr gilt entsprechend den Planungen der Nahverkehrsgesellschaft Baden-Württemberg (NVBW) im Regionalverkehr wieder das reguläre volle Angebot, so jedenfalls die Planungen. Auf der Murrbahn verkehren dann auch wieder die Metropolzüge zwischen Stuttgart und Gaildorf West beziehungsweise Hessental. Diese waren wegen Corona entfallen.

Die Metropolzüge machen auch in Fornsbach und Fichtenberg Station. Während der Fahrplanreduzierung wurden ersatzweise Halte der von Go-Ahead bedienten Regionalexpress-Linie Stuttgart–Nürnberg eingelegt. Diese bleiben laut Fahrplanauskunft in den Morgenstunden auch weiterhin bestehen, was zu einem verdichteten Angebot in Fichtenberg führt. In Hessental fahren ab dem 15. Juni zwischen 4.56 Uhr und 10 Uhr neun Züge in Richtung Stuttgart ab, ab Gaildorf sind es sogar elf Züge. Mit dem 15. Juni wird es auf der Murrbahn dann auch das Angebot mit den Zügen geben, das schon ein halbes Jahr zuvor umgesetzt werden sollte – Go-Ahead konnte aber nicht wie geplant im Dezember mit neuen Triebwagen die Doppelstock-Züge der Deutschen Bahn ablösen. Vielmehr beauftragte Go-Ahead drei Subunternehmer, die als Ersatz betagte „Silberlinge“ mit ihren schwergängigen Türen auf die Strecke schickten.

Eckartshausen/Crailsheim/Schwäbisch Hall

Go Ahead ist raus auf der Strecke Stuttgart-Würzburg

Auch auf der Linie zwischen Stuttgart und Würzburg sollte Go-Ahead die Deutsche Bahn ablösen. Doch trotz des wegen Corona reduzierten Fahrplans kam es immer wieder zu Zugausfällen. Höhepunkt war der 15. Februar, als fünf Stunden lang kein einziger Zug zwischen Stuttgart und Würzburg fuhr – obwohl das Land eine wichtige Vertragsregelung (maximal zehn Prozent der Triebfahrzeugführer dürfen von Subunternehmen stammen) für Go-Ahead zeitweise ausgesetzt hatte, fehlte es hinten und vorne.
Verkehrsminister Winfried Hermann war zum Handeln gezwungen. Zunächst übernahm DB Regio im Auftrag des Landes zwei, dann sechs Zugpaare täglich von Go-Ahead. Gefahren wurde mit den Doppelstockwagen, die man gerne im Ersatzverkehr auf der Murrbahn wieder gesehen hätte.
Nun sucht das Land für die Strecke Stuttgart-Würzburg einen neuen Betreiber, Go-Ahead ist raus. Dies dürfte sich nicht zum Nachteil auf der Murrbahn entwickeln. Dort frei werdendes Personal könnte hier mögliche Lücken füllen.

Getrübte Bilanz von Go Ahead

Seit 17. April erbringt Go-Ahead die Leistungen auf der Murrbahn zwischen Stuttgart und Nürnberg selbst. Die Subunternehmen davor schafften es nur in sechs von 15 Wochen eine Pünktlichkeitsrate von mehr als 90 Prozent zu erreichen – das heißt, die Züge sind maximal 3.59 Minuten verspätet. Go-Ahead gelang es nun in den fünf Wochen bis zum 24. Mai (neuere Zahlen liegen nicht vor) stets über der Marke von 90 Prozent zu liegen. Getrübt ist die Bilanz aber dennoch: In der Woche zum 24. Mai fielen an sechs von sieben Tagen Zugverbindungen kurzfristig teilweise oder ganz aus.

Fahrplaneinschränkungen vom 8. bis 13. Juni auf der Murrbahn


S-Bahn Linie 3
(Backnang–Flughafen) Ausfall aller Züge zwischen Waiblingen und Winnenden, Ersatz durch Busse (mit allen Unterwegshalten). Die S3 zwischen Backnang (Gleis 1) und Winnenden sowie Waiblingen-Flughafen verkehren planmäßig – ausgenommen: Backnang ab 3.56 Uhr mit Bus; letzte S-Bahn von Stuttgart nach Backnang: Umstieg 11.29 Uhr in Waiblingen.

Regionalbahn Linie 19
(Stuttgart–Hessental)
Die Regionalzüge der Deutschen Bahn entfallen auf dem Abschnitt zwischen Backnang und Stuttgart. Die Züge werden auf dem Abschnitt Backnang–Waiblingen durch Busse ersetzt. Abfahrt der Busse am Bahnhof Backnang ist am Bussteig 2c, am Bahnhof Waiblingen am Bussteig 11. Die Busse fahren direkt, also ohne Halt.

Regionalexpress Linie 90
Stuttgart–Nürnberg
Züge von Go-Ahead Baden-Württemberg (Verkehr wie Regionalbahn Linie 19)

Waiblingen–Stuttgart
Im Abschnitt zwischen Stuttgart und Waiblingen verkehren die Linien IRE1 (Karlsruhe–Aalen), RB13 (Stuttgart–Aalen–Crailsheim), S2 (Filderstadt– Schorndorf) und S3 (Flughafen/Messe–Waiblingen).

Die Früh- und
Spätverbindung

Eine umsteigefreie Verbindung gibt es Montag bis Mittwoch und am Freitag ab Crailsheim, 4.38 Uhr, über Hessental (4.56), Gaildorf (5.04) und Murrhardt (5.18). Ab Backnang wird der Zug über Marbach nach Stuttgart (an 6.28) umgeleitet. Von Stuttgart zurück geht es um 18.35 Uhr (Gaildorf an 19.41, Hessental: 19.49, Crailsheim: 20.06).