Crailsheim/ Satteldorf/ Wallhausen Radwege: mittendrin ein Pfosten

Crailsheim/ Satteldorf/ Wallhausen / Luca Schmidt 28.08.2018
Bei der dritten verkehrspolitischen Radtour von Crailsheim nach Wallhausen erfahren Lokalpolitiker und Behörden, was bei Radwegen verbessert werden kann – unter dem Strich gibt es aber ein Lob.

Einmal im Jahr fahren Lokalpolitiker unterschiedlicher Fraktionen und Beamte von verschiedenen Behörden in trauter Eintracht nebeneinanderher mit dem Fahrrad, um sich von einem Fachmann sagen zu lassen, wie man die Fahrradwege verbessern kann: bei der verkehrspolitischen Radtour durch den Landkreis Schwäbisch Hall. Heuer führte die Tour auf dem Landesradweg vom zentralen Omnibusbahnhof in Crailsheim über Satteldorf nach Wallhausen.

Dass das mit den Fahrradwegen nicht immer ganz so einfach ist, verdeutlicht bereits der zweite Stopp in Crailsheim, am Fuß- und Radweg entlang der Jagst, ungefähr auf Höhe eines griechischen Restaurants. Dort steht mitten im Fahrradweg ein Pfosten. „Normal gilt, dass ein Radweg hindernisfrei sein sollte“, sagt Dieter Wolfarth, Vorsitzender der Ortsgruppe Schwäbisch Hall des Allgemeinen Deutschen Fahrrad-Clubs (ADFC).

Allerdings ist der Pfosten dort aufgestellt, um Autofahrer an der Durchfahrt auf dem Radweg zu hindern. Das lohne sich aber erst, wenn genügend Autos dort unterwegs seien, so Wolfarth. „Viele Unfälle passieren genau an solchen Pfosten, deshalb müssen sie unbedingt eine auffällige Färbung haben und reflektieren“, so Wol­farth. Wenn möglich, sollte dieser Pfosten entfernt werden.

Nach weiteren Stopps fährt die Fahrradkolonne aus der Stadt in Richtung Satteldorf. Helga Hartleitner, Stellvertreterin von Crailsheim Oberbürgermeister Dr. Christoph Grimmer, spricht ihren Kollegen wahrscheinlich aus der Seele: „Zum Glück geht es jetzt raus aus der Stadt, dann müssen wir nicht immer zu Boden schauen“, sagt sie. Es sind aber nur Kleinigkeiten, die Wol­farth zu bemängeln hat – das gilt ebenso für die Gemeinden Satteldorf und Wallhausen.

Schneller als mit dem Auto

Damit Wolfarth zeigen kann, woran es dem Radweg noch fehlt, fährt er die Strecke bereits im Vorfeld der Tour zweimal ab – das zweite Mal einen Tag vor der Tour. „So kann ich noch mal schauen, ob sich eine aktuelle Änderung auf der Strecke ergeben hat“, sagt er.

Als Fahrrad-Enthusiast würde er sich nicht bezeichnen, meint Wohlfahrt. Trotzdem sei das Rad ein tolles Transportmittel und umweltfreundlich noch dazu. Zusätzlich sei Radfahren gut für die Gesundheit – und mit Pedelecs sei ein Schnitt von bis zu 40 Stundenkilometern zu schaffen. „Damit ist man in Crailsheim schneller unterwegs als jedes Auto“, sagt Wohlfarth.

Die gute Nachricht für Crailsheim und Umgebung: „Es gibt hier im Vergleich zu anderen Städten eine sehr gute Fahrradinfrastruktur“, so Wohlfahrt. Das belegt auch der Fahrrad-Klima-Test des ADFC von 2016: Bei dem landesweiten Wettbewerb landete Crailsheim auf dem 21. Platz bei 86 Teilnehmern. Trotzdem sei noch ein riesiges Potential vorhanden, so Wolfarth.

Wichtig ist die verkehrspolitische Radtour aus seiner Sicht, um Probleme und Lösungen direkt an den Mann zu bringen. „Hier sind alle beteiligten Behörden und Politiker vor Ort, so kann man sich am besten austauschen“, betont Wolfarth.

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