Mittelrot Mit Staus wird gerechnet

Mittelrot / RICHARD FÄRBER 24.01.2015
Bisher ist der Häckselplatz bei Mittelrot rund um die Uhr zugänglich. Da der Landkreis den Platz aufgibt, wird ihn die Gemeinde Fichtenberg künftig in Eigenregie betreiben - mit festen Öffnungszeiten.

Begeistert war man nicht in Fichtenberg, als das Schwäbisch Haller Landratsamt bekannt gab, dass der Häckselplatz in Mittelrot zu den 16 von 35 Standorten gehören wird, die künftig nicht mehr unter der Regie des Landkreises betrieben werden. Begründet wird die Reduzierung der Standorte mit Fehlwürfen, Verschmutzungen, wilden Müllablagerungen und dem unheilvollen Wirken von "Kompostflüchtlingen". Das Konzept werde dadurch unrentabel, erklärte Kreiskämmerer Werner Schmidt, die mit der Entsorgung beauftragten Unternehmen machen Verluste (die RUNDSCHAU hat berichtet).

In Fichtenberg hält man den Mittelroter Häckselplatz freilich für notwendig. Auf 1680 Kubikmeter belief sich dort der Umsatz im Jahr 2013, das war deutlich mehr als im benachbarten Oberrot. Beim Landratsamt aber schaut man nicht auf den Umsatz, sondern auf die Lage und die Umstände: Der Oberroter Häckselplatz liegt gleich neben dem Wertstoffhof und ist daher leichter zu betreiben; außerdem ist er bereits befestigt und eingezäunt.

Aber auch der Standort Mittelrot bleibt erhalten. Der Gemeinderat hat entschieden, ein entsprechendes Angebot des Landkreises anzunehmen und den Häckselplatz in Eigenregie zu betrieben. 3000 Euro gibt's dafür pro Jahr vom Landkreis, außerdem wird der Platz befestigt und eingezäunt.

Wie der Betrieb künftig ablaufen wird, ist schon recht konkret. Am Mittwoch hat die Verwaltung den Gemeinderat über den aktuellen Stand informiert. Danach gibt es vier Interessenten, die den Platz während der Öffnungszeiten für einen Stundenlohn von zehn Euro betreuen würden. Sie werden zuvor vom Landratsamt geschult.

Auch über die Öffnungszeiten ist man sich weitgehend einig. Der Häckselplatz soll von Februar bis November an vier Wochen, im Januar und Dezember an drei Wochen geöffnet sein, und zwar stundenweise. Man habe sich darauf verständigt, donnerstags und samstags für jeweils zwei Stunden zu öffnen, teilte die Verwaltung mit. Ausgenommen sind die Monate Januar, August, September und Dezember. Dann ist nur ein Mal pro Woche geöffnet. Die Häckselplätze in Gaildorf und Oberrot sind dienstags und mittwochs geöffnet.

Offen ist noch, wie die Zufahrt geregelt wird. Da sich der Betrieb des Häckselplatzes von jederzeit auf zwei beziehungsweise vier Stunden wöchentlich verdichten wird, rechnet man mit Stauungen und Wartezeiten. Die Verwaltung will deshalb noch mit dem Landratsamt klären, ob eine Einbahnstraßenregelung eingeführt werden kann. Die Anlieferung würde dann über Michelbächle erfolgen, die Abfahrt über Mittelrot. Diese Regelung biete sich an, weil man bei der Anfahrt früh erkennen könne, ob es einen Anlieferungsstau gebe, erklärte Bürgermeister Roland Miola den Gemeinderäten auf Anfrage.