Langenburg Mit Sinn für heitere wie festliche Töne

Die Kirchenchöre aus Langenburg und Kirchberg und die evangelische Bezirkskantorei Blaufelden beim gemeinsamen Konzert in Langenburg am vergangenen Sonntag.
Die Kirchenchöre aus Langenburg und Kirchberg und die evangelische Bezirkskantorei Blaufelden beim gemeinsamen Konzert in Langenburg am vergangenen Sonntag. © Foto: Ralf Snurawa
Langenburg / Ralf Snurawa 05.12.2018
Die Kirchenchöre aus Langenburg und Kirchberg und die Bezirkskantorei Blaufelden singen Chorsätze zur Adventszeit vom Frühbarock bis ins Heute. Das Programm ist am Samstag in Kirchberg nochmal zu hören.

Pfarrer Ulrich Hermann konnte sich über eine gut gefüllte Kirche freuen. Unter der Leitung von Kantorin Stefanie Pfender eröffneten die drei Chöre den musikalischen Reigen mit Andreas Hammerschmidts „Machet die Tore weit“. Die Sänger gaben dieses Chorwerk mit tänzerischen Betonungen und einem wundervoll sich weitenden „Hosianna“ wieder.

Licht und fröhlich war dann nach dem Gemeindegesang „Macht hoch die Tür“, dem später noch „Es kommt ein Schiff geladen“ und „Tochter Zion“ folgen sollten, „Hört der Engel helle Lieder“ in einer Chorfassung von Sascha Heberling a cappella zu hören. Fast schon übersprudelnd wirkte die verzierte Melodie im lateinischen Refrain.

Frühbarocke Kompositionen

Später präsentierten die Chöre noch Johannes Michels Chorfassung von „O komm, o komm, du Morgenstern“, wieder freudig im Ausdruck, aber ebenso ein wenig sehnsüchtig erwartend im Tonfall. Neben Hammerschmidts einleitendem Chorwerk waren noch weitere frühbarocke wie barocke Kompositionen zu hören.

Mit Hingabe, aber heiter im Ton erklang Johann Crügers „Wie soll ich dich empfangen“. Schön pulsierend und das Ineinandergreifen der Stimmen hervorhebend folgte Wolfgang Briegels „Lobet Gott in seinen Reichen“, von Claudia Peinelt auf der Violine, Sibylle Hauk auf dem Violoncello und Jürgen Bauer auf der Orgel begleitet.

Das „Magnificat“ (Meine Seele erhebt den Herren) von Heinrich Schütz bildete den ersten Höhepunkt des Konzerts. Die Sänger sorgten für einen klar durchhörbaren Chorsatz, bei dem das Verzahnen der Stimmen schön zur Geltung kam. Tonsymbolische Momente wurden deutlich unterstrichen: das Ansteigen der Töne zu „Meine Seele erhebt den Herren“, die rhythmische Betonung zu „mein Geist freuet sich“, die Fülle betonenden Wiederholungen von „alle Kindes-Kind“, den zupackenden Charakter von „Er übet Gewalt“ im Dreiertakt oder auch das „Zerstreuen“ der „Hoffärtigen“ durch das Verteilen zwischen den Stimmen. Schön aufblühend wirkte Schütz’ Komposition ab „Er denket der Barmherzigkeit“ und zu „Ehre sei dem Vater“.

Nach den Gedanken von Pfarrer Ulrich Hermann über Sehnsucht nach Frieden, Gerechtigkeit und Geborgenheit mit Blick auf Franz Xaver Grubers Weihnachtslied „Stille Nacht, heilige Nacht“, das vor 200 Jahren in Oberndorf bei Salzburg erstmals aufgeführt wurde, wandten sich die Sänger geistlichen Gesängen aus der Zeit der Romantik zu. Dazu gehörte „Wachet auf, ruft uns die Stimme“ aus Felix Mendelssohns „Paulus“-Oratorium. Gefestigt im Ton wurde es wiedergegeben. „Tollite hostias“, der Schlusschor aus Camille Saint-Saëns’ Weihnachtsoratorium, festlich und betont vorgetragen, und Ralph Vaughan Williams’ preisend klingendes „Herr, mach’ uns stark im Mut“ ergänzten diesen Konzertteil.

Spirituals und Gospels am Ende

Sanft und warm getönt leiteten zwei Chorstücke John Rutters, das schön wiegend wiedergegebene „Christmas Lullaby“ und das leicht sehnsüchtig intonierte „Angel’s Carol“, zu den Spirituals und Gospels am Ende des Konzerts über. Sopranistin Hanna Albrecht übernahm die Rolle der Vorsängerin zum mit Begeisterung gesungenen „Mary Had A Baby“ und „Amen“.

Mitreißend gelang „Go, Tell It On The Mountain“, sodass beim beschließenden „Amen“ die Konzertbesucher mit den Fingern schnippten und mitklatschten. Für langen Beifall bedankten sich die Chöre mit Rutters „Angel’s Carol“ als Zugabe.

Info

Dasselbe Konzert ist am Samstag, 8. Dezember, noch einmal zu hören, und zwar ab 16 Uhr in der evangelischen Stadtkirche von Kirchberg.

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