Reubach Mit Hingabe gesungen Jubiläumskonzert des Liederkranzes Reubach ist ein Hörgenuss

Der Liederkranz Reubach ist 120 Jahre alt. Er feierte das Jubiläum mit dem Eisenbahnsingchor und unter der Leitung von Helga Kleinhanß. Foto: Ralf Snurawa
Der Liederkranz Reubach ist 120 Jahre alt. Er feierte das Jubiläum mit dem Eisenbahnsingchor und unter der Leitung von Helga Kleinhanß. Foto: Ralf Snurawa
RALF SNURAWA 14.05.2014
Seinen 120. Geburtstag hat der Liederkranz Reubach, unterstützt vom Eisenbahnsingchor Crailsheim, am Sonntagabend mit einem Kirchenkonzert gefeiert. Die Zuhörer bekamen Gesang voller Hingabe geboten.

Im Mittelpunkt des Festkonzertes standen zwei Messvertonungen romantischer Komponisten. Nach einem mit Empfindung, stimmlicher Hingabe und Sinn für Schattierungen a cappella gesungenen "Der Herr ist mein Hirt" zu Beginn, widmeten sich die beiden gemischten Chöre unter der Leitung von Helga Kleinhanß - auf der Orgel von Wilfried Eidam begleitet - Franz Schuberts 1826 geschriebener "Deutscher Messe".

Das Eingangsstück "Wohin soll ich mich wenden" gaben die Chöre dynamisch schön nuanciert und klanglich transparent wieder. Mit "Ehre sei Gott in der Höhe" anstelle des "Gloria" stellten sich die Sänger kraftvoll der recht trockenen Akustik der Kirche entgegen, zeigten aber auch in klanglich zurückgenommenen Abschnitten warme Tongebungen. Auf ein durchaus empfundenes "Du gabst, o Herr, mir Sein und Leben", auf das sich Liederkranzvorstand Dieter Kleinhanß in seiner Besinnungsrede über das menschliche Leben indirekt bezog, beschworen die beiden Chöre fast ein wenig heimlich und ausdrucksvoll das "Heilig ist der Herr". Vor allem der Schlussgesang "Herr, Du hast mein Flehn vernommen" gelang wunderbar bittend und beschwörend.

Die zweite Messvertonung des Abends war Charles Gounods "Messe brève aux chapelles" in lateinischer Sprache. Das "Kyrie" erklang dabei intim zurückgenommen, sodass das majestätische "Gloria" umso kraftvoller dazu kontrastierte. Fast flehend im Ton ließen sich die "Miserere nobis"-Momente im "Domine Fili unigenite" hören.

Eine ähnliche Gegenüberstellung im Ausdruck folgte mit der schön leisen Wiederholung des "Sanctus" und dem herausgerufenen "Hosanna in excelsis". Auf ein sacht und innig vorgetragenes "Agnus Dei" folgte schließlich ein noch zarteres und sanfter gesungenes "Benedictus". .

Am Ende wurde das Konzert mit Johann Sebastian Bachs "Gloria sei dir gesungen" beschlossen, das die Sänger mit großer Hingabe zu einem emotionalen Erlebnis werden ließen, für das sich die Konzertbesucher mit lang anhaltendem und stehend gespendetem Applaus bedankten.