Fremdenfeindlichkeit Mit Fußball und Chili gegen Fremdenfeindlichkeit

„Fußball ohne Rechtsaußen“ steht am Samstag in Kirchberg an.
„Fußball ohne Rechtsaußen“ steht am Samstag in Kirchberg an. © Foto: nordphoto
Kirchberg / Johannes Ihle 14.02.2018

Ein Zeichen gegen Rassismus und Fremdenfeindlichkeit will eine Gruppe aus Kirchberg und Umgebung setzen. Am Samstag, 17. Februar, veranstaltet sie um 10 Uhr in der Kirchberger Sporthalle ein Fußballturnier unter dem Motto „Fußball ohne Rechtsaußen“.

Dabei geht es den Verantwortlichen nicht darum, eine politische Veranstaltung zu organisieren. „Es muss niemand in irgendeine Partei eintreten“, sagt David Jäger, einer von sechs Leuten aus dem Organisationsteam. „Alles ist locker gehalten. Aber durch die Resonanz merkt man schon, dass es Leute gibt, die etwas tun wollen.“

Bei offenen Treffen in Kirchberg, die Jäger in regelmäßigen Abständen leitet, kam im vergangenen Herbst die Idee auf, ein Fußballturnier gegen Rechts zu veranstalten. Einige Teilnehmer des offenen Treffs – Parteianhänger der Linken, der Piraten, Gewerkschaftler und Leute, die gerne ein Statement setzen wollen – organisieren nun das Jedermannturnier gemeinsam. Bei den monatlichen Treffen geht es um linke Politik, unabhängig von Parteizugehörigkeit oder Gewerkschaft.

Buntes Teilnehmerfeld

„Die Wahlergebnisse sowohl bei den Landtags- als auch bei den Bundestagswahlen waren schockierend“, sagt Mitorganisator Ale­xander Brandt. „Man muss etwas dagegen tun, dem Ganzen entgegentreten.“ Brandt selber wollte ein Faschingsturnier veranstalten, alle Teilnehmer sollten sich verkleiden. „Jungs, die in Kleidern Fußball spielen, das ist doch witzig“, sagt Brandt. Die anderen im Orgateam haben ihn dann aber überzeugt, doch ein ernstes Turnier auszurichten.

Neun Mannschaften nehmen am Turnier teil. Gerne hätten die Verantwortlichen die Veranstaltung größer gestaltet, doch die Kirchberger Halle gibt nicht mehr Platz her. Dafür ist das Teilnehmerfeld bunt gemischt. „Es ist gut, wenn sich Betroffene selbst beteiligen“, sagt Jäger mit Verweis auf die drei Flüchtlingsmannschaften aus der Region, die teilnehmen.

Außerdem wird das Jugendcafé Kirchberg Mannschaften stellen – auch eine reine Mädchenmannschaft ist dabei. Aus Würzburg hat sich ebenfalls eine Truppe angemeldet. Gespielt wird in zwei Gruppen mit anschließender Finalrunde. Alle Fußballer erhalten ein T-Shirt, die Siegermannschaft einen Pokal. Trostpreise wollen die Organisatoren auch verteilen. Zu essen gibt es Chili, sowohl mit Fleisch als auch eine vegane Version.

Landratsamt vertreten

Neben Brandt und Jäger gehören noch Charly Czerlinsky, Simon Brecht sowie Kamilla Schubart und Thomas Olma zum Organisationsteam. Auch bei der Stadt Kirchberg kam die Idee gut an. „Sie hat sofort ihr Okay gegeben und stellt uns die Halle kostenfrei zur Verfügung“, sagt Brandt. Auch das Landratsamt Schwäbisch Hall wird bei der sportlichen Veranstaltung vertreten sein. Die Behörde ist mit einem Stand gegen Rechtsextremismus vor Ort.

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