Wallhausen Mit der Umwelt auseinandergesetzt

Die ASG-Siebtklässlerin Pauline Hinrichs (rechts) erklärt ihrer Kunstlehrerin Sibylle Mertsch und ihrer Mitschülerin Hanna Schlossar ihr aus Wollresten gefertigtes „Pferd“-Bild.
Die ASG-Siebtklässlerin Pauline Hinrichs (rechts) erklärt ihrer Kunstlehrerin Sibylle Mertsch und ihrer Mitschülerin Hanna Schlossar ihr aus Wollresten gefertigtes „Pferd“-Bild. © Foto: Ralf Snurawa
Wallhausen / Ralf Snurawa 14.06.2018
In den Fluren des Rathauses von Wallhausen werden derzeit Arbeiten von Schülern und ihrer Lehrerin für Bildende Kunst des Crailsheimer Albert-Schweitzer-Gymnasiums gezeigt.

Die eigentliche Idee für die Ausstellung sei es gewesen, „künstlerische Arbeiten von meinen Schülern in der Öffentlichkeit zu zeigen, die aus einer Aufgabenstellung des regulären Kunstunterrichts hervorgegangen sind“, betonte Kunstlehrerin und Künstlerin Sibylle Mertsch bei der von Johanna Andreev auf dem Saxofon musikalisch umrahmten Vernissage zu „Klasse! Kunst!“ im Wallhausener Rathaus. Dabei ging es nicht um Schüler eines Neigungskurses, sondern „aus einem Unterricht, der leider oft nur noch mit einer Stunde pro Woche unterrichtet wird“.

Sibylle Mertsch merkte an, dass ihr im Schnitt nicht mehr als eineinhalb Minuten je Schüler in der Woche zur Verfügung stünden, um ihn bei der Ideenfindung zu begleiten. Dafür sind in den Klassen 6 bis 10 ganz bemerkenswerte Ergebnisse herausgekommen, wie die Ausstellung zeigt.

Mit verschiedensten Techniken wurde gearbeitet. Oft finden sich Collagen, manchmal in Verbindung mit Zeichnungen. Da geht es um die „Neue Welt“, in der Tiere etwa auf einem Berg von Autoschrott leben. Auch das Spiegelbild wird thematisiert oder die „Hand im Spiel“.

Aufgabe beinhaltet Geschichte

Bei den Bildern geht es um Werbung – von „Sun Safe“ bis zu „Graceful Fragrance“ – oder um den „Unfall im Labor“, Dinosaurier und eine Szene an einer Bushaltestelle. „Eine im Fach Kunst gestellte Aufgabe beinhaltet für mich im Vorfeld meist eine kleine Geschichte“, so die Lehrerin.

„An der Bushaltestelle etwa: Verschiedene Personen warten auf den Bus. Er verspätet sich, er kommt nicht. Emotionen werden wach. Die junge Mutti, die ihr Kleinkind nicht zeitig genug zum Kindergarten bringen wird, und zu spät ins Büro kommt, der Ärger mit dem Chef ist vorprogrammiert. Ein bereits selbstständiges Schulkind, das sich freut, dass es die erste Stunde verpasst (Mathe-Unterricht, nicht Kunst natürlich). Ein Jugendlicher, der mit seinen Kopfhörern im Ohr und mit seinem Blick ins Smartphone gar nicht mitbekommt, dass der Bus ausfällt.“

Es sei eine Aufgabe, die alles fordere: „Bezug zum Format, klare Vorstellungen vom Bildraum, Kenntnisse der menschlichen Proportionen, „eine anspruchsvolle Aufgabe für Klassenstufe 5 und 6“. Um narratives Zeichnen mit dem Faserschreiber sei es in der Klassenstufe 7 und 8 gegangen, etwa beim „Ungewöhnlichen Schachspiel“. „Die Spielfiguren – das Spielzeug wird lebendig und schlüpft in bekannte Comicfiguren – mimen Helden aus der Manga-Szene oder aus der magischen Welt der Harry-Potter-Bücher und -Filme.“

„Ich habe mir zum Ziel gesetzt, im Laufe der Jahre viele Techniken erproben zu lassen“, so die Kunstlehrerin, „und die unterschiedlichsten Materialien einzusetzen wie Moosgummi, in Anlehnung an römische Mosaiken, Fotos und Zeitschriften für Collagen.“

Die Resteverwertung von Wolle sehe zwar leicht aus. Es sei aber eine große Anforderung an Geduld und Geschicklichkeit, „die Wolle in Farbe und Dicke zu einer Linienstruktur zu legen, sodass man den Arbeiten die Liebe zum Tier ansieht“. Ihre eigenen Arbeiten, so Sibylle Mertsch, sollten die Ausstellung abrunden: „Sie sollen unter anderem meinen Schülern zeigen, dass auch ich mich mit meiner Umwelt in Farbe auseinandersetze.“

Info

Die Ausstellung ist zu den Öffnungszeiten des Rathauses noch bis zum 12. Oktober zu sehen.

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