Landkreis Mit "Lola!" in technische Berufe

Philipp Kron, Auszubildender bei Bausch & Ströbel, zeigt Karolin Maier und ihrer Schwester Daniela, wie man feilt. Archivfoto: Gottschalk
Philipp Kron, Auszubildender bei Bausch & Ströbel, zeigt Karolin Maier und ihrer Schwester Daniela, wie man feilt. Archivfoto: Gottschalk
Landkreis / SWP 11.04.2012
Von 300 möglichen Ausbildungsberufen entscheidet sich die große Mehrheit der Mädchen für nur zehn frauentypische Berufe. Die technischen Berufe werden sehr selten berücksichtigt. "LoLa!" will das ändern.

Susanne Ehrmann ist die Beauftragte für Chancengleichheit am Arbeitsmarkt der Haller Arbeitsagentur. Bei der Abschlussveranstaltung für den theoretischen Teil des Projekts "LoLa!" in der Eichendorffschule in Crailsheim hat sie berichtet, welche Berufe Mädchen wählen. "LoLa!" steht für "Los Ladies!" und will Mädchen mit Migrationshintergrund bei der Berufswahl fördern. Die handwerklich-technischen Bereiche stehen dabei im Vordergrund.

Den Schülerinnen der 7. und 8. Klasse sollen gezielt Berufe näher gebracht werden, mit denen sie sonst kaum in Berührung kommen. Die Begrüßung erfolgte durch den Rektor der Eichendorffschule Manfred Koch. In 14 Workshops wurden unterschiedliche Themen behandelt. Ein Baustein war die Persönlichkeitsanalyse, in der die Stärken und Schwächen der einzelnen Teilnehmerinnen herausgearbeitet wurden. Auch Themen wie Mobbing oder Kulturvergleiche gehörten zu den Inhalten.

Als Träger für das Projekt wurde die evangelische Jugendhilfe in Öhringen ausgewählt. Als Gastgeber des Abends hat Schulleiter Manfred Koch auf die Bedeutung des ehrenamtlichen Engagements hingewiesen. So hat der Kiwanis-Club Crailsheim bereits 2011 die Eichendorffschule bei der Anschaffung von Musikinstrumenten unterstützt. Die Kosten wurden von den Kiwanis-Clubs Hall und Crailsheim zusammen mit der Arbeitsagentur Schwäbisch Hall übernommen.

Ministerialdirektor Manfred Stehle wies auf die Notwendigkeit von Integration hin. So habe in Baden-Württemberg inzwischen jeder vierte Bürger einen Migrationshintergrund. Das Aufzeigen von Chancen und Möglichkeiten ist somit ein zentraler Bestandteil einer gelungenen Integrationspolitik.

In den nächsten Wochen findet die praktische Umsetzung des Gelernten statt. Jeder der 16 Teilnehmerinnen steht eine Mentorin zur Seite. Ob in einer Autolackiererei, bei einer Autowerkstatt oder als Gärtnerin. Dafür konnten aus den Reihen der Kiwanis-Clubs und der Arbeitsagentur ehrenamtlich engagierte Frauen gewonnen werden. Die Mädchen haben dadurch die Möglichkeit, einen Beruf näher kennen zu lernen und können sich bei Fragen direkt an eine Ansprechpartnerin wenden.