Kongress Minister Niebel preist Afrika

JÜRGEN STEGMAIER 23.01.2013
Dirk Niebel kam nicht, um in Hall Entwicklungshilfe zu leisten. Zum Auftakt des Kongresses der Weltmarktführer sprach er darüber, dass sich für deutsche Spitzenunternehmen in Afrika große Chancen auftun.

Dirk Niebel wurde in den letzten Wochen und Monaten weniger als Minister für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung wahrgenommen, vielmehr als Parteipolitiker. Die Frankfurter Allgemeine stellt den ehemaligen Fallschirmjäger als Erzfeind des FDP-Parteivorsitzenden Philipp Rösler dar. Dieser jedoch war am Sonntag bei der Niedersachsen-Wahl aufgestiegen wie ein Phönix aus der Asche. Hat das dem lautstarken Kritiker Dirk Niebel die Sprache verschlagen? Keineswegs. Allerdings sprach der Bundesminister gestern zum Auftakt des Weltmarktführer-Kongresses in Schwäbisch Hall auch nicht über die FDP - die scheinbar gefallene, dann in Hannover zumindest vorübergehend auferstandene Partei der Liberalen.

Afrika war das Thema von Dirk Niebel. Mit der Zusammenarbeit und Entwicklung in Afrika tun sich die Europäer dieser Tage bestimmt nicht leicht. Frankreich setzt Truppen gegen muslimische Extremisten in Mali ein und erwartet, dass sich Deutschland finanziell an der Militäraktion beteiligt, die britische Armee wurde gestern in Alarmbereitschaft versetzt.

"Nahezu keiner in Deutschland hat ein realistisches Afrika-Bild", behauptete Niebel am Abend in der Kunsthalle. Afrika sei kein Krisenkontinent, sondern ein Chancenkontinent. Gerade für mittelständische Unternehmen würden sich dort riesige Möglichkeiten ergeben, sagte der 49-Jährige. Sein Ministerium sei auch dazu da, Dienstleister zu sein für Unternehmen, die Kontakte in afrikanischen Ländern suchen. Der Etat seines Ministeriums betrage 6,3 Milliarden Euro. Zwei Drittel davon würden investiert. "Von jedem investierten Euro laufen drei oder vier in die deutsche Wirtschaft zurück", machte Niebel den Unternehmern und Geschäftsführern ein Engagement in Afrika schmackhaft.