In der Nacht zum 23. August 2015 hatte nach einem Großbrand in der Mühle in Lobenhausen mit Düngemittel verunreinigtes Löschwasser ein massives Fischsterben in der Jagst ausgelöst. „Ein Jahr später zeigt sich, dass sich der Zustand des Patienten Jagst zwar stabilisiert hat, er aber leider noch lange nicht über dem Berg ist“, erklärte Untersteller gestern.

Untersuchungen hätten im Mai ergeben, dass sich der Zustand der Fische in der Jagst seit dem Herbst 2015 nicht verbessert habe, heißt es in einer Pressemitteilung des Umweltministeriums. So seien bei Kirchberg auf einer Strecke von zehn Kilometern weiterhin kaum Fische anzutreffen und nach wie vor seien auch weit unterhalb der Mühle Fische mit geschädigten Kiemen aufzufinden.

„ Das Land hat bereits im Herbst 2015 ein Sofortprogramm zur Verbesserung der Gewässerstruktur und im Frühjahr 2016 das Aktionsprogramm Jagst ins Leben gerufen. Unser Ziel ist es, den Lebensraum Jagst für viele empfindliche und geschützte Arten möglichst zeitnah zu verbessern“, betonte der Minister.

Regierungspräsident Wolfgang Reimer verwies darauf, dass der Landesbetrieb Gewässer zwischen Langenburg und Kirchberg bis heute bereits 15 Maßnahmen umgesetzt habe, die die Struktur der Jagst als Lebensraum für Fische und andere Wassertiere verbesserten: „Dabei handelt es sich zum Beispiel um die Entschlammung und Wiederherstellung von Altarmen, den Einbau von Störsteinen, Totholz und Kiesinseln. In Langenburg hat der Landesbetrieb einen Seitenarm wiederbelebt und Laichplätze für Fische geschaffen. Weitere 39 Renaturierungsmaßnahmen wollen wir ab Herbst 2016 in Angriff nehmen.“

Grundstücke mit circa zwei Kilometer Uferlänge habe der Landesbetrieb bereits erworben, sagte Reimer. Darüber hinaus wolle der Landesbetrieb noch weitere Grundstücke erwerben für Renaturierungen. „Das große Engagement der Betroffenen vor Ort zeigt die Besatzaktion im besonders betroffenen Bereich zwischen Kirchberg und Hessenau Mitte Juli“, sagte der Regierungspräsident weiter.