Obersontheim Millionärin Mary rückt das Geld nicht raus

Hans wurde außer Gefecht gesetzt. Die Millionärin Mary kümmert sich aus Mitleid um ihn. Foto: Rainer Richter
Hans wurde außer Gefecht gesetzt. Die Millionärin Mary kümmert sich aus Mitleid um ihn. Foto: Rainer Richter
Obersontheim / RAINER RICHTER 25.02.2013
Die Zuschauer im Adlersaal in Untersontheim kamen an drei Abenden mächtig zum Lachen. Die ausverkauften Aufführungen der Theatergruppe des Gesangvereins trafen den Geschmack des Publikums.

Die dreiste Erbschleicherei mit dem Titel "Mary, Müsli und Moneten" in drei Akten hat es in sich.

Die ständigen Versuche von Peter Faulbach (Jürgen Coblenz) und seiner Ehefrau Anni, sich das Erbe von Tante Mary zu sichern, schlagen hohe Wellen. Schließlich besinnt sich der Rest der Truppe - Hans und Inge Rauscher (Sabine Bauer) samt Tochter Sandra (Senta Geier) und ihr esoterisch angehauchter Freund Moritz Lullermann (Thomas Geier) - letztlich doch noch und kehrt auf den Pfad der Tugend zurück. Doch die Handlung des Stücks geht schnell weiter: Der Postbeamte Franz Leuchtle, mit 60 noch Junggeselle, klärt Mary schließlich über die Machenschaften von Peter und Anni auf und leitet damit das Ende der Erbschleicherei ein. Auch sein privates Glück gedeiht, Tante Mary gesteht: "Oh yes, Franzy und ich haben uns verliebt."

Das Geheimnis der Theatergruppe liegt in ihrer Spielfreude. Richard Schühle scheint die Rolle als Hans Rauscher auf den Leib geschrieben.

Ebenso brilliert Irmgard Schühle als Anni, die mühelos die Mitspieler unter der Gürtellinie angreift und sich ihrer Rolle auch sprachlich gewachsen zeigt. Ihre Wortgefechte sind kaum zu übertreffen. Das Stück lebt nicht unbedingt vom Tiefgang, sondern viel mehr von den sprachlichen Attacken und Frechheiten, die pausenlos das Publikum zum Lachen bringen.

Die Spieler verstehen es, ihrer jeweiligen Rolle das entsprechende Gepräge zu geben. Das ist gar nicht so einfach, wenn man bedenkt, dass die acht Personen umfassende Theatergruppe acht Rollen zu besetzen hatte. Jürgen Coblenz glaubt, das Geheimnis liege darin, dass sie bei den Proben ständig an ihren Auftritten feilten. "Wir sind alle nicht nur Schauspieler, sondern auch Regisseure", erläutert er ihre Vorgehensweise.

Heike Schäfer, für Ausstattung und Maske zuständig, hatte den Einfall, Richard Schüle mit einer weißen Strumpfmaske über dem Kopf an den Stuhl zu fesseln, damit er Anni nicht ständig in die Quere kommt. Die Situationskomik ist erfrischend und lebt auch von den Kontrasten. Die lebendige und präsente Tante Mary (Katrin Köder) verliebt sich in den betont langsamen Postbeamten Franz Leuchtle, gespielt von Herbert Ockert, der als Schlafpille eine überzeugende Vorstellung abgibt.

Mitwirkende Richard Schühle als Hans Rauscher, Sabine Bauer als dessen Ehefrau Inge, Jürgen Coblenz als Schönling Peter Faulbach, Irmgard Schüle als seine unverschämte und beleidigende Ehefrau Anni. Thomas Geier als Esoteriker Moritz Lullermann und Freund von Sandra. Herbert Ockert, Junggeselle wider Willen und Postbeamter. Kathrin Köder als Tante Mary, Millionärin und schon am Akzent als Amerikanerin auszumachen. Souffliert hat Katja Linde.