Noch ist das letzte Wort über die Neugestaltung der Michelfelder Grundschule nicht gesprochen. Doch im Grundsatz stimmten die Gemeinderäte bei ihrer jüngsten Sitzung einem Entwurf des mit der Planung beauftragten Stuttgarter Architektenbüros Glück + Partner zu. Dessen zwei Vertreter Martin Ritz und Søren Rafn präsentierten bei der jüngsten Ratssitzung einen Entwurf, der an der Außenfassade des Neubaus eine Holzverkleidung sowie am gesamten Ge­bäude Holz-Aluminium-Rahmenfenster und grüne Textil-Sonnenschutzvorhänge vorsieht.

Eine längere Diskussion entbrannte darüber, welche Holzart am neuen Anbau verwendet werden soll. Ritz und Rafn schlugen Fichtenholz mit einer Holzlasur vor. Dieses werde mit der Zeit grau und passe sich somit optisch der Fassade an. Der Kontrast zum Bestandsgebäude ohne Holzfassade sei gewollt. Die Lasur sei nötig, damit das Fichtenholz nicht irgendwann schwarz werde, sagte Martin Ritz auf Nachfrage von Gemeinderätin Sibylle Oelschläger.

Fichte oder Lärche?

Gemeinderat Steffen Munk plädierte dafür, an der Schule das gleiche Holz wie an der neuen, nur einen Steinwurf entfernten Turnhalle zu verwenden. Dort wurde Zedernholz verbaut, was laut Einschätzung der Architekten um etwa 30 Prozent teurer wäre als Fichtenholz. Volker Mauss gab zu bedenken, dass Zedernholz aus Sibirien oder Kanada importiert werde, was eine negative Umweltbilanz zur Folge habe. Da es die gleichen Eigenschaften wie Zeder habe, schlug Antje Kraft heimisches Lärchenholz vor. Letztlich beauftragten die Gemeinderäte die Architekten, für Fichte und Lärche zwei Muster zu präsentieren. Die Entscheidung über die Holzverkleidung wurde also vertagt.

Auch die grünen Textilvorhänge boten reichlich Diskussionsstoff. Volker Mauss warf die Frage auf, ob die Vorhänge tatsächlich an allen Seiten der Schule nötig seien, da die Sonne selbst in den Sommermonaten vermutlich nicht auf alle Fenster scheine. Rektor Eberhard Marstaller stellte in Aussicht, dies zu prüfen. Zudem kam die Frage auf, ob die grüne Farbe der Vorhänge nicht die gesamten Klassenräume in einem unangenehmen Grünton erscheinen lasse. Die Architekten verneinten dies.

Christoph Knirsch, Gemeinderat und Michelfelder Feuerwehrkommandant, konnte mehrere Befürchtungen zerstreuen. Die für die Schule vorgeschlagenen Textilvorhänge würden denen am neuen Feuerwehrmagazin ähneln. Man habe dort sehr gute Erfahrungen gemacht. Das Material dunkele die Räume ausreichend für Filmvorführungen ab und gewähre darüber hinaus eine gute Durchlüftung.

Die derzeit auf dem Hauptgebäude montierten Fotovoltaik­anlagen sollen später auf dem neuen Anbau montiert werden. Sollen dann neue Solarzellen für das Hauptgebäude angeschafft werden? Dafür müsste dessen neues Dach extra verstärkt werden, sagte Søren Rafn. Die Gemeinderäte gaben ihm die Anregung mit auf den Weg, die dafür nötigen Kosten zu prüfen.

Auch über die Sicherheit auf dem Schulweg während der Bauarbeiten diskutierten die Gemeinderäte. Volker Mauss schlug vor, Schülerlotsen einzusetzen. „Eine gute Idee“, befand Rektor Eberhard Marstaller.

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Rohbauarbeiten teurer als erhofft


Der Gemeinderat vergab einstimmig den Auftrag für die Rohbauarbeiten an die Firma Stauch Bau GmbH aus Kupferzell für 815 542 Euro. Damit werden die ursprünglich veranschlagten Kosten um 162 542,05 Euro überschritten. Da die Auftragslage für Bauunternehmen derzeit ausgesprochen gut sei, „haben wir in allen Gewerken ein Risiko“, sagte Bürgermeister Wolfgang Binnig. Somit sei ungewiss, ob die veranschlagten Gesamtkosten für Erweiterung und Modernisierung der Grundschule von 4,5 Millionen Euro eingehalten werden könnten. Erfreulich sei, dass bei den Aufträgen für Interimsgebäude und Abbrucharbeiten insgesamt rund 140 000 Euro eingespart werden konnten. Weitere Finanzierungsbausteine könnten sich über Zuschüsse für die energetische Gebäudesanierung sowie aus dem Digitalpakt Schule für die Medienausstattung ergeben, so Binnig. gm