Messe-Splitter

JOCHEN KORTE 26.03.2012

Wer wissen will, welche Arten alternativer Energie es auf dem Markt gibt, der ist bei der Halei bestens aufgehoben. Messeorganisator Hans-Peter Koppenhöfer holt Firmen aus der Region, die innovativ sind - und deren Technik bezahlbar ist. Natürlich ist es von den Investitionskosten gesehen teurer, sich eine Wärmepumpenheizung zu bauen, als eine preiswertere mit Erdgas und Brennwerttechnik. Doch angesichts ständig steigender Kosten für Erdöl und Erdgas amortisiert sich die umweltfreundliche Variante schon nach 10 bis 13 Jahren, wie Edwin Kraus, Chef von S+K aus Rot am See, versichert. Er ist seit 25 Jahren treuer Aussteller auf der Fachmesse. Wenn er einem potenziellen Kunden die Vorteile der umweltschonenden Techniken erklärt, dann weiß dieser, dass Kraus das aus voller Überzeugung tut. Seine Begeisterung wirkt irgendwie ansteckend.

Dass die Energiewende kommen muss, darüber sind sich der Journalist und Autor Franz Alt und der Dokumentarfilmer Carl-A. Fechner einig. Alt sieht in einer Kombination aus Fotovoltaik, Solarthermie, Windkraft, Biomasseverstromung und Geothermie die Lösung der Energiefrage. Kritisch geht er mit den Energiemultis ins Gericht. Auch da besteht eine Parallele zwischen Alt und Fechner. Der Filmemacher will die Energiewende in Hohenlohe auf Zelluloid bannen. Was in der Region geleistet wird, soll in spätestens zwei Jahren in den Kinos zu sehen sein.

Pellets sind nicht nur dazu da, um im Ofen verbrannt zu werden. Sie lassen sich auch bestens als Einstreu im Pferdestall verwenden, behauptet Harald Seipp aus Ober-Hörgern, das liegt bei Frankfurt. Pro Pferd und Jahr werde eine Tonne benötigt. Kosten: 180 Euro. Weil die frisch gepressten Pellets mit 90 Grad Temperatur aus der Presse kommen, seien Schimmel und Pilze weitgehend reduziert. Seipp hat die mobile Pellet-Produktionsanlage selbst entwickelt und reist damit im Umkreis von 300 Kilometern zu den Landwirten, um aus Stroh von Getreide oder Raps den CO2-neutralen Brennstoff zu pressen. Und was hat die Anlage gekostet? "300000 Euro plus Lehrgeld", sagt Seipp.

Wir sind hier, weil wir uns bei der Halei den Kunden präsentieren wollen", erklärt Aussteller Raimund Markle aus Bühlertann. In seiner Schreinerei werden individuelle Möbel auch für Bäder gefertigt. Seit mehr als 15 Jahren kommt er zu der Messe. Auch den kompletten Innenausbau übernimmt das Handwerksunternehmen.

Eine Bodenfliese und ein Stück vom Türrahmen haben Daniel und Christiane Laukenmann aus Gaildorf mit zur Halei gebracht. Am Stand der Ilshofener Firma Treppenbau Abel lassen sie sich von Ursula Abel beraten. Die erklärt ihnen, dass in die Treppenstufen auch Granitplatten eingelassen werden können. Per CNC-Fräse wird der Platz für die Platte aus der Stufe gefräst und der Stein dann mit Kunstharz verklebt. Das sieht schön aus und hält lange, versichert Ursula Abel. Zur Reinigung genügt ein nebelfeuchtes Tuch. "Wir wurden sehr gut beraten", bedanken sich Laukenmanns.

Es war hier schon mal mehr los", sagen Rolf und Brigitte Oeser aus Ilshofen am Samstagmittag. "Das Wetter ist wohl zu gut", gibt Rolf Oeser den Versuch einer Erklärung. Etwas umfangreicher hätte seiner Meinung nach der Bereich Bäder vertreten sein können.

Der Samstag gehört fast immer den Kunden, die mit ganz konkreten Wünschen an die Stände kommen, erklärt Messechef Hans-Peter Köppenhöfer. Entsprechend intensiv würden auch die Gespräche geführt. "Wir sind eben keine Verbraucher-, sondern eine Fachmesse." An den drei Tagen kamen etwa 5000 Besucher. Die Halei 2013 soll beim gleichen Schwerpunktthema noch größer werden.