Einstimmig hat der Schnelldorfer Gemeinderat in seiner jüngsten Sitzung das Einvernehmen zur geplanten Erweiterung des bestehenden Chemikalienlagers der Firma Sigma-Aldrich Chemie GmbH erteilt. Schnelldorf wird damit zu einem der zentralen Lager- und Logistikzentren der Merck-Gruppe.

Dort werden fertig abgefüllte Gebinde unterschiedlicher Toxizität von verschiedenen Standorten eingelagert, nach Kundenwünschen zusammengestellt und ausgeliefert.

Vor der Abstimmung wollte Karl Ludwig (UB) wissen, wo die geplante Abfüllung des erweiterten Distributionszentrums stattfinden solle. Dies geschehe in einem weiteren Gebäudeteil, der einem anderen Genehmigungsverfahren unterliege, antwortete Volker Bickelhaupt, ein Vertreter des Antragstellers. Ludwig zeigte sich außerdem überrascht, dass das Kondensat der zahlreichen Kühlaggregate als Schmutzwasser eingestuft werde und somit die Kläranlage belaste. Bürgermeisterin Freier meinte dazu, dass man wegen dieser zusätzlichen Abwassermengen, die nicht von der kommunalen Abwassersatzung erfasst und auch nicht beim Verursacher gemessen werden, in Verhandlung mit dem Unternehmen stehe.

Schnelldorf

Größe des Standorts von Merck wird sich fast verdoppeln

In engem Zusammenhang mit der Betriebserweiterung steht auch die Abwasserbeseitigung des Industriegebiets Süd. Dazu stellte Uwe Härtfelder das von seinem Ingenieurbüro erarbeitete Planungskonzept vor. Durch die zusätzliche Schmutzfracht sei eine neue Pumpstation und eine Druckleitung mit einem größeren Querschnitt erforderlich. Die weitere Planung für die Entwässerung wurde einstimmig an das Ingenieurbüro vergeben. Eine Entscheidung über die Sanierung der Leitung bis Unterampfrach soll noch im Januar im Gemeinderat fallen.

Die Vorbereitung für die Baustelle habe am vergangenen Wochenende bereits begonnen. Nach der Fertigstellung wird sich der Standort von Merck in Schnelldorf fast verdoppelt haben. Dadurch könnte sich die Zahl der Beschäftigten nahezu verdoppeln.