Michelbach Mehrheit für kleine Lösung

SIGRID BAUER 12.09.2013
Der Michelbacher Gemeinderat hat dem Nahwärmekonzept der Haller Stadtwerke zugestimmt. Es umfasst bis jetzt die Schwimmhalle, die Rudolf-Then-Halle, die Schulturnhalle und die Grundschule.

Da die Haller Stadtwerke bereits in der Michelbacher Schwimmhalle ein Blockheizkraftwerk betreiben, von dem aus ein Nahwärmenetz zu anderen Gebäuden führen könnte, hat sich auf die Ausschreibung kein weiterer Anbieter gefunden. Steffen Hölzel-Werner vom beauftragten Ingenieurbüro hat deshalb die Wirtschaftlichkeit das Stadtwerkeangebots mit zwei Alternativen und dem Ist-Zustand (alte Anlagen bleiben) verglichen: In der ersten Variante wäre in der Schule ein Blockheizkraftwerk, sonst Gaskessel, in der zweiten Variante würden die Gebäude einzeln mit Pelletanlagen beheizt. Schon nach einem Jahr ist ein Kostenvorteil der Stadtwerkevariante erkennbar. In der Gesamtbilanz über 20 Jahre beträgt der Unterschied zur jetzigen Anlage wie zur Pelletvariante rund 170000 Euro.

Der Leitungsverlauf vom Blockheizkraftwerk der Schwimmhalle zu den anderen Gebäuden ist noch nicht festgelegt. Eine Möglichkeit wäre von der Schwimmhalle zur Rudolf-Then-Halle und weiter zur Grundschule. Umgekehrt, wenn die Leitungen von der Schwimmhalle zuerst in westlicher Richtung und dann zur Grundschule verlaufen würden, könnten auch Hauseigentümer im Wohngebiet Leitenäcker Nahwärme beziehen. "Das käme auf die Anzahl der Interessenten an, mehr als jeder Vierte oder Fünfte müsste es schon sein", so Steffen Hofmann von den Haller Stadtwerken. Das Unternehmen sei durchaus bestrebt, die Keimzelle der Nahwärme weiter auszubauen bis hin zu Neubaugebieten, erklärt er. Auch der evangelische Kindergarten in der Haldenstraße könne eingebunden werden. Wenn die Haller Stadtwerke nächstes Jahr das Nahwärmekonzept umsetzen sollen, würden sie demnächst die Hauseigentümer ansprechen und Infoveranstaltungen anbieten.

Das Blockheizkraftwerk habe auch eine gewisse Kapazitätsreserve, wenn neue Abnehmer dazukommen. In diesem Zusammenhang verweist Hofmann auf das Nahwärmekonzept in Untermünkheim, das ein Neubaugebiet, aber auch ältere Häuser versorgt.

Gemeinderätin Marianne Haufe hat Bedenken wegen des 15 Jahre laufenden Vertrags mit den dem Haller Energieunternehmen. Sie will wissen, ob die Gemeinde so lange an Gas zum Betrieb des Blockheizkraftwerks gebunden ist, auch, wenn es inzwischen günstigere Energieträger geben sollte. Dann würden auch die Stadtwerke umsteigen, versichert Hoffmann und betont, dass seit 2001 der Gaspreis, der an die Fernwärme gekoppelt sei, deutlich weniger gestiegen sei als der Ölpreis. "Aber eine Garantie für die Zukunft ist das nicht", stellt er klar.

Gemeinderat Wolfgang Schickner sieht ein Problem im Nahwärmekonzept: "Die Schulturnhalle gehört zur Hälfte der Kirche und der kirchliche Kindergarten wird sich auch nicht ohne Weiteres anschließen lassen", gibt er zu Bedenken. Schickner spricht sich gegen eine 15-jährige Bindung an die Stadtwerke aus und schlägt vor, die Investitionen so anzugehen, wie sie anfallen. Von der Kirche habe er die Zusage, dass sie die Turnhalle nicht vom Schloss aus beheizen will, entgegnet ihm Bürgermeister Werner Dörr.

Auch wenn diese kleine Lösung nicht mehr ganz so günstig ausfällt wie das ursprünglich geplante große Nahwärmenetz mit dem Evangelischen Schulzentrum und dem Schloss, stimmt die Mehrheit des Gemeinderats ihr zu. Wolfgang Schickner und Stefan Siegert stimmen dagegen. Die Gemeinderäte Marianne Haufe und Wolfgang Kaßelkus enthalten sich.