Die Gemeinderatsmitglieder staunten über den Feuerwehrbedarfsplan, den die Führungsriege der Freiwilligen Feuerwehr Ilshofen zusammen mit der Verwaltung aufgestellt hat. Die Fleißarbeit, für die vor allem Kommandant Helmut Böhringer und Abteilungskommandant Rolf Dierolf gelobt wurden, listet nicht nur die Struktur der Stützpunktfeuerwehr und ihrer Abteilungen mit derzeit 116 Aktiven samt Aufgaben und Ausrüstung auf. Sie liefert auch einen kompletten Überblick über die Gemeinde mit all ihren Teilorten, deren Einwohnerzahl, Schulen, Kindergärten, Pflegeheime, Industrie und landwirtschaftliche Betriebe, Bestand an Fahrzeugen, Wohngebäuden und Versammlungsstätten von der Arena bis zum Gemeindesaal.

Hintergrund für den detaillierten Bedarfsplan ist die anstehende Ersatzbeschaffung für das Tanklöschfahrzeug der Abteilung Obersteinach und einen Einsatzleitwagen für die Hauptabteilung in Ilshofen. Nun könne der Zuschussantrag für die neuen Fahrzeuge gestellt werden, bestätigte Bürgermeister Roland Wurmthaler, nachdem der Gemeinderat die Aufstellung einstimmig gebilligt hatte. Deutlich wurde aber auch, dass der Feuerwehr "fast die Hälfte der erforderlichen Leute fehlt". Die Sollstärke würde bei 216 Aktiven liegen, 116 gibt es aber nur.

Mehr Freiwillige braucht die Wehr also. Deshalb sollen bei der Mitgliederwerbung künftig "Frauen und Männer gleichermaßen" angesprochen werden, steht im Abschnitt Personalplanung. Auch eine kontinuierliche Jugendarbeit könnte diesen Prozess optimieren. Hier fügte der Gemeinderat auf Anraten der Verwaltung noch einen Satz ein, der von den Feuerwehrmännern in den Teilorten nicht gern gehört wird: "Sollten die oben genannten Maßnahmen keinen Erfolg bringen, ist die Zusammenlegung von Abteilungen notwendig."

Das zweite Feuerwehrthema betraf die Entschädigung für Einsätze und Lehrgänge. Für jede volle Stunde soll es 10,50 Euro geben, 50 Cent mehr als bisher. Für mehrtägige Lehrgänge an der Landesfeuerwehrschule werden die Lohnausfälle oder maximal 120 Euro pro Tag ersetzt. Wer über das übliche Maß hinaus Feuerwehrdienst leistet, bekommt auch mehr Geld. Hier hätte das Feuerwehrteam gerne eine größere Zahl gesehen. Die Verwaltung sagte jedoch, eine Erhöhung von 1200 Euro im Jahr auf 1800 Euro für den Kommandanten ist genug. Seine sechs Stellvertreter bekommen je 300 Euro (vorher bis zu 150 Euro). Für die Abteilungskommandanten in den Teilorten gibt es 200 Euro (vorher 180 Euro). Auf Antrag von Thomas Gehring beschloss der Gemeinderat mehrheitlich, die Entschädigung für den Jugendfeuerwehrwart von bisher 200 auf 250 Euro heraufzusetzen. Die Verwaltung hätte 220 Euro für ausreichend gehalten. Mit dem Argument, es passe nicht zusammen, die Mitgliederwerbung zu forcieren und gleichzeitig zu sparen, kitzelte er auch für die Zugführer etwas mehr heraus: 120 statt der vorgeschlagenen 100 Euro im Jahr. Bisher waren sie leer ausgegangen.

Die dazugehörige Satzung mit der Anpassung der Entschädigung wurde einstimmig beschlossen. Ebenso eine Änderung der Feuerwehrsatzung, die vorsieht, das Eintrittsalter in die Altersabteilung von bisher 55 Jahre auf 50 abzusenken.