Soziales Mehr Geld für den Waldkindergarten

Die naturnahe Pädagogik im Mainhardter Waldkindergarten ist bei jungen Familien sehr gefragt.
Die naturnahe Pädagogik im Mainhardter Waldkindergarten ist bei jungen Familien sehr gefragt. © Foto: Gustav Döttling
Mainhardt / Gustav Döttling 04.07.2018

Die Eltern, die ihre Kinder in den Waldkindergarten schicken, können sich freuen. Mit dem um 6000 Euro erhöhten jährlichen Betriebskostenzuschuss kann der Kindergarten seine Elternbeiträge stabil halten und die kommunalen Beiträge anpassen. Einstimmig billigte der Rat eine Anpassung der Gebührenordnung mit einer Sozialstaffelung für Familien mit mehreren Kindern, die den Kindergarten besuchen.

2009 hat die private Initiative Walderleben ihren Kindergarten gegründet. 2011 nahm ihn die Gemeinde als anerkannte Betreuungseinrichtung in den Kindergartenbedarfsplan auf. Seit dieser Zeit finanziert die Kommune jährlich mit einem Zuschuss von 70 000 Euro 63 Prozent der Betriebskosten. „Der Kindergarten läuft sehr gut, er ist voll belegt und es gibt eine Warteliste“, berichtete Bürgermeister Damian Komor.

Bei der jährlichen Zusammenkunft der Verwaltung mit den Verantwortlichen des Kindergartens hätten diese berichtet, dass es erste Eltern gäbe, die sich den Besuch ihrer Kinder im Waldkindergarten finanziell nicht mehr leisten könnten. „Für Familien mit mehreren Kindern wird es immer schwerer, die Gebühren zu stemmen“, erklärte Katrin Müller vom Vorstand des Kindergartenvereins. „Im nächsten Jahr wird der Kindergarten zehn Jahre alt, wir sind 2009 mit sieben Kindern, einer Erzieherin und einer Mama als Hilfskraft gestartet“, berichtete sie. Derzeit betreuen eine Vollzeitkraft, zwei Teilzeitkräfte und eine Unterstützungskraft 20 Kinder. Auf der Warteliste stünden über 201 Kinder.

Tarifgehalt für Erzieherinnen

Seit einem Jahr könne der Verein die Erzieherinnen nach Tarif bezahlen. „Nun stehen auch Instandhaltungsmaßnahmen an“, sagte die Vorstandsfrau. Inzwischen seien einige Eltern wegen der Höhe der Beiträge abgesprungen. „Wir wollen die Beiträge gerne senken, einen Familienbeitrag einführen und an das kommunale Niveau anpassen.“  Um den aktuellen Beitrag für Familien erträglicher zu machen, werden künftig statt nur zwei Gebührenstufen zwei zusätzliche  Stufen für das dritte und vierte Kind eingeführt.

Der Beitrag für Geschwister betrug bisher einheitlich 91 Euro im Monat. Nach der neuen Gebührenordnung werden künftig für das dritte Kind 80 Euro und für das vierte Kind 40 Euro monatlich fällig. Dafür benötige der Verein einen jährlich um 6000 Euro erhöhten Zuschuss. „Kindergarten sollte sich jeder leisten können, wir gehören zum Angebot der Gemeinde Mainhardt dazu“, meinte Müller. „Ich möchte diesen Antrag unterstützen, wir sollten zustimmen“, plädierte Gemeinderat Wolfgang Feuchter (UWV) für die  Zuschussgewährung. 

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