Es ging nicht um die Waldwipfelschwimmrinne in der Gemeinderatssitzung, generell nicht um die ursprünglich geplante Erweiterung des Wellness-Hotels Mawell. Die liegt auf Eis.

Der bestehende Hoteltrakt soll bekanntlich erweitert werden, das vorhandene Schwimmbad um ein Hallenschwimmbad mit Funktions- und Technikräumen sowie zusätzlichen Hotelzimmern ergänzt, im Anschluss daran soll eine viel diskutierte Waldschwimmrinne entstehen. Dieses Bebauungsplanverfahren ruht nun aber, wie Städteplaner Mathias Friederich mitteilte.
Es habe Missverständnisse gegeben, so der Architekt. Ein Ziel­abweichungsverfahren, das notwendig ist, wenn von einem verbindlichen Ziel der Raumordnung abgewichen wird, hätte parallel laufen müsse, und aufgrund der Corona-Krise ist zudem ein für März geplanter Scoping-Termin geplatzt (Info unten). Der Investor, so Friederich, wolle das alles nun in aller Ruhe angehen; er habe das Verfahren deshalb unterbrochen. Trotzdem bestehe akuter Bedarf an Erweiterungs- und Ergänzungsfläche für das Mawell, das aus der 1962 gegründeten Familienferienstätte Roseneck weiter­entwickelt wurde.

Landkreis Schwäbisch Hall

In der Neuplanung Bebauungsplan „Roseneck I + II, Roseneck III“, die dem Gemeinderat vorgelegt wurde, geht es nun lediglich um Gebäude für die Hotelnutzung, um weitere Parkplätze sowie um dringend benötigte Mitarbeiterwohnungen und Ferienhäuser. Grundsätzlich sind 13.800 Quadratmeter überplant: 7179 Quadratmeter im Areal Roseneck I und II, 4052 Quadratmeter auf einer Erweiterungsfläche, auf der nur Nutzungen zulässig sind, die in unmittelbarem Zusammenhang mit dem bestehenden Hotel stehen; Wohnnutzung ist lediglich für 20 Prozent der überbaubaren Grundfläche möglich.

Da es sich um einen Vorentwurf handelt, die von Friederich vorgestellten Planungen mithin lediglich Grundlage für das weitere Bebauungsplanverfahren sind, wurde unter anderem die Entwässerung der verschiedenen Gebäude und versiegelten Flächen noch nicht endgültig festgelegt, wie Friederich erklärte. Der Aufstellungsbeschluss wurde bei einer Enthaltung beschlossen.
Der Bebauungsplan wird für einen Monat öffentlich ausgelegt, die Träger öffentlicher Belange und die Nachbargemeinden werden gehört, dann erst beschäftigt sich der Gemeinderat mit den Details und eingehenden Anregungen und Bedenken.

Info Einen Scoping-Termin gibt es, bevor ein Verfahren zur Umweltverträglichkeitsprüfung überhaupt erst beginnt. Zu dieser Besprechung von Behörden und Antragsteller lädt das Umweltministerium auch die Umweltverbände und örtlichen Initiativen ein; es geht lediglich darum, welche Fragen für dieses Verfahren relevant sind. Erörterungen zu Einwendungen sind einem späteren Termin vorbehalten.