"Nein, wir sind nicht gegen Windkraft an sich. Auch nicht gegen Windräder auf dem Land und schon gar nicht gegen die Energiewende", betont Karl-Heinz Glandorf. Er ist einer der Mitstreiter der 20-Köpfe-starken Bürgerinitiative "Pro Limpurger Berge", die zusammen mit der "Bürgerinitiative für Gaildorf" und Bewohnern aus Herlebach in den Wald marschiert, in dem "bis zu 40 Windräder" aufgestellt werden sollen. 50 Teilnehmer starten von Michelbach aus mit vier Transparenten. Sie stört die "panikartige Hysterie", mit der die Energiewende weg vom Atomstrom vorangetrieben wird - ohne Rücksicht auf die Natur. Derzeit werden rechtliche Grundlagen geschaffen, bis zu 200 Meter hohe Windräder im Kreis aufzustellen. Investoren prüfen aber noch, ob der Wind dafür überhaupt ausreicht. Die Windkraftgegner sind sich am Samstag bereits sicher: Auf den Höhenzügen der Limpurger Berge sollen keine Anlagen stehen. Dafür nennen sie viele Gründe. "Das Eigenheim ist oft die Altersversorgung. Man bekommt weniger dafür - es geht bis zur Unverkäuflichkeit - wenn Windräder errichtet werden", sagt der ehemalige Bausparkassen-Pressesprecher Karl-Heinz Glandorf (63). Doch er hat wie die anderen vor allem Risiken für Mensch und Tier im Blick. Gerade die Wälder um den Einkorn seien wichtig für die Wanderung der Wildtiere. Und die Gesundheit der Menschen werde durch Infraschall gefährdet. Es komme zum "Wind-Turbine-Syndrom". Die Funktion des Waldes als "Ort der Kraftschöpfung", stehe auf dem Spiel, sagt Susanne Wetzel von der Bürgerinitiative. Eleonore Krause-Krieger kämpft in Gaildorf seit eineinhalb Jahren gegen den Naturstromspeicher. Sie kann aus dem Stegreif Fakten herunterrattern, dass man fast wie ein Windradflügel selbst ins Rotieren kommt. Internationale Naturschutzabkommen würden missachtet. "Wir haben hier die größte Population der Mopsfledermaus in Baden-Württemberg. Die werden wir schreddern."