Eine stattliche Mannschaft der Mainhardter Feuerwehr betritt in Uniform die Steinbühlhalle. Bei der Oktobersitzung sollen die Gemeinderäte über die Ersatzbeschaffung von zwei Feuerwehrfahrzeugen abstimmen. Die seitherigen Fahrzeuge LF 8 der Abteilung Geißelhardt und der Abteilung Hütten sind 27 beziehungsweise 24 Jahre alt. Die Gesamtkosten von 920.000 Euro sollen in den nächsten zwei Haushaltsjahren finanziert werden. Bei einer Enthaltung stimmt der Gemeinderat dem Kauf zu.

Interessiert verfolgen die Feuerwehrmänner die Diskussion über die Vergabe, die sich zu einer Grundsatzdebatte entwickelt. Hintergrund der Diskussion ist Folgendes: Vor acht Jahren hatte der damalige Gemeinderat mit der Feuerwehr andiskutiert, wie die Wehr zukunftsfähig aufgestellt werden kann, schildert Bürgermeister Damian Komor. „Der Grund war vor allem die Tagesverfügbarkeit. Mit 180 Kameraden sind wir top aufgestellt. Wenn’s nachts losgeht, sind 160 Mann da. Das Problem ist tagsüber.

Option Zusammenlegung

Bei der damaligen Diskussion wurde vereinbart, dass Neuanschaffungen so ausgelegt sein sollen, dass sie in einen Gesamtfahrzeugpool passen. Komor: „Man muss nicht überall alles haben.“ Denkbar sei es, mittelfristig in kleineren Teilorten zwei Magazine zusammenzulegen. Klar sei aber, dass im weiträumigen Mainhardter Wald die Wehr an mehreren Standorten präsent sein müsse.

Bernd Schanzenbach, Kommandant der Wehr und Gemeinderat, sagt, die Feuerwehr sei zwei Jahre unterwegs gewesen, um Modelle zu begutachten. Die jetzt ins Auge gefasste Ausführung habe „keinen Schnickschnack. Das alte Inventar soll übernommen werden. Bei den alten LF 8 gibt es Probleme bei der Ersatzteilbeschaffung. Sie sind wartungsintensiv und reparaturanfällig.“

Feuerwehren vor Ort erhalten

Gemeinderat Wolfgang Feuchter meint: „Ich finde es gut, dass baugleiche Fahrzeuge gekauft werden. So kennt sich jeder Feuerwehrmann aus den Teilorten damit aus.“ Stephan Kemppel hakt nach, wie weit eine Gesamtfeuerwehr gediehen ist. „Wir arbeiten eng zusammen“, antwortet Bernd Schanzenbach. „Du musst die Menschen zusammenführen. Das geht nur, wenn man Zeit hat. Wenn ihr sagt, dass man alles zusammenlegt, dann bleiben noch 30, 40 Mann übrig. Wir schaffen daran. Mehr kann ich nicht dazu sagen.“

Gemeinderat Simon Müller wirft ein: „Das Thema müssen wir noch lange schieben. Dazu bräuchten wir Geld, dazu bräuchten wir Gebäude.“ Und Gemeinderätin Karina Röger meint: „Die Feuerwehr ist in jedem Teilort eine eingeschworene Gemeinschaft. Sie ist unverzichtbar. Wenn es einen Großbrand gibt, jemand in einem Fahrzeug eingeklemmt ist, muss es funktionieren. Wir brauchen das Fahrzeug.“ Der Auffassung ist auch Wolfgang Truckenmüller: „Wenn in Ammertsweiler die Feuerwehr nicht mehr ist, verliert das Dorf mehr als die Wehr.“