Rot am See Magisches Quadrat und Zeitstillstand

„Mathe war mein Lieblingsfach“: Andy Häussler (rechs) zeigt sein Können.
„Mathe war mein Lieblingsfach“: Andy Häussler (rechs) zeigt sein Können. © Foto: Ralf Snurawa
Rot am See / Ralf Snurawa 21.01.2019
Das Bürgerhaus von Rot am See ist bis auf den letzten Platz gefüllt, als Mentalmagier Andy Häussler in seine Welt entführt.

Fast an die 100 Gäste fanden am Freitagabend den Weg in das Bürgerhaus von Rot am See, um sich an Magie zu faszinieren. Andy Häussler bot ihnen auch allen Grund dafür, vor allem durch sein mathematisches Können, denn: „Mathe war mein Lieblingsfach.“

Das des Publikums scheint es in der Erinnerung an die Schulzeit nicht gewesen zu sein. Häussler verzeichnete: „Ganz Rot am See in Ekstase!“ Natürlich war es ironisch gemeint angesichts des Aufstöhnens, das beim Gedanken an Mathematik durch die Reihen ging.

In der Kirche habe er jedenfalls am liebsten die Menge der Orgelpfeifen gezählt und bei Bildern in Museen berechnet, wie viel Farbe der jeweilige Künstler für sein Bild wohl gebraucht habe. In Rot am See ließ es Häussler zunächst leicht angehen.

Eine Zahl mit sich selbst multiplizieren, darum ging es am Anfang. Zwei mal zwei – noch ganz einfach, aber 63 mal 63? Komplexer wird es schon, wenn man die dritte Wurzel aus einer Zahl ziehen muss. Für Häussler schien es die leichteste aller Übungen.

Als noch faszinierender erwies sich das magische Quadrat, das durch die Zahl 68 bestimmt war, die er anscheinend – so das in einem Umschlag am Ende des Programms präsentierte Schreiben – auch noch vorhergesehen hatte. Da fand sich auch das Zielfeld angegeben, das Teil seines kleinen Schachexperiments war: auf einem von jemand aus dem Publikum vorgegebenen Feld starten und dann mit der Figur des Pferdes und der für sie bestimmten Zugweise alle 64 Felder abdecken, um schließlich auf dem Feld A2 zu enden.

Da erwies es sich allerdings, dass der Freitagabend in Rot am See nicht so ganz Andy Häusslers Tag war. Erfolgreicher war er da schon beim Lösen der Sudoku-­Aufgabe aus dem Kopf und beim Beeinflussen von Personen aus dem Publikum.

Das Sternzeichen erraten

Einen Zuschauer ließ er den Puls fühlen und suggerierte ihm, dass da keiner vorhanden sei. Einen anderen beeinflusste er dahingehend, dass er den Sekundenzeiger von dessen Uhr scheinbar anhielt. Und mit dem gesamten Publikum führte er vor, wie man ihm vorgeben kann, mit dem Zeigefinger die Wange zu berühren, dabei aber auf der Bühne mit dem Zeigefinger auf die Stirn zeigt – was prompt zur Nachahmung führte, obwohl doch die Wange berührt werden sollte. Bei einer Zuschauerin erriet Häussler über Nachfragen nach ihrer Lieblingsfarbe und anderen Vorlieben zunächst ihr Sternzeichen und dann bis fast auf den Tag genau ihren Geburtstag.

Bei anderen erriet er über ­einen Gegenstand aus ihrer Tasche, welcher Gegenstand zu welcher Person gehört. Ein anderes Mal schien Häussler Farben von aus dem Publikum mitgebrachten und von ihm nicht gesehenen Gegenständen mit den Fingern zu fühlen.

Natürlich durfte – neben dem berühmten Umschlagtrick am Schluss – auch nicht das ebenfalls vorhergesehene Nachzeichnen einer Zeichnung fehlen, die Yvonne angefertigt hatte, ohne sie ihm zu zeigen oder davon etwas zu ­verraten. Häussler schien sie aus ihren Gedanken zu entnehmen. Damit hatte er sein Publikum das letzte Mal an diesem Abend zu begeistertem Applaus hingerissen.

Das könnte dich auch interessieren:

Zurück zur Startseite Zum nächsten Artikel