Michelbach Männertreff macht sich schlau - Besuch im Steinbruch Wilhelmsglück

Michelbach / NORBERT ACKER 08.10.2014
Zum ersten Mal hat sich der Männertreff Michelbach zu einer Fahrt durch die Gemeinde aufgemacht. Bürgermeister Werner Dörr hat die aktuellen und noch kommenden Projekte vorgestellt.

Der vor der Rudolf-Then-Halle wartende Reisebus hat sich am Montagnachmittag rasch gefüllt. Die 50 Sitzplätze waren schnell besetzt. Grund für die außerplanmäßige Busfahrt: Der Männertreff Michelbach hatte eingeladen, sich auf einer Tour durch die Gemeinde über aktuelle und geplante Projekte zu informieren.

Bürgermeister Werner Dörr gab den Reiseführer. Er und die Organisatoren des seit vier Jahren bestehenden Männertreffs waren überrascht über die Resonanz. "Mit so vielen Teilnehmern hatten wir nicht gerechnet", sagte Karl Lenz vom Männertreff. Bürgermeister Dörr sah es so: "Es ist toll zu sehen, dass sich viele Menschen für die Lokalpolitik interessieren." Einige Herren hatten darüber hinaus auch ihre Ehefrauen dabei.

Nachdem alle Platz genommen hatten, startete der Busfahrer das Fahrzeug, um nach ein paar Metern direkt von Dörr zum Stopp gebeten zu werden. Der Bürgermeister stellte kurz die Sanierung Kirchstraße/Hagenhofweg/Kocherweg vor. 900.000 Euro seien hier für Kanal- und Wasserleitungserneuerungen sowie Platzgestaltungen an der Then-Halle verbaut worden. "Wir freuen uns, dass wir Landeszuschüsse von rund 300.000 Euro bekommen haben", so Dörr. Danach stellte er die geplante Nahwärmeversorgung von Schule, Schulturnhalle und Then-Halle vor.

Dann ging es Richtung Steinbruch Wilhelmsglück. Erst hielt der Bus kurz an der Verladestelle der Bahn. Ausgerechnet an diesem Tag war aber nichts zu sehen und zu hören, die Bahn hatte am Montag keine Züge aus Stuttgart geschickt. Für viele Teilnehmer war dann die Fahrt in den Steinbruch eine Premiere: So nah hatte man dessen immense Dimensionen noch nicht gesehen. Aus nächster Nähe waren auch die Erdmassen aus Stuttgart zu sehen, die dort aufgeschüttet und verdichtet werden. In einen der unterirdischen Abbautunnel ging es dann zu Fuß. Bei einigen Teilnehmern kamen Erinnerungen an die Jugend hoch: Für die Lausbuben von damals war das Verbot, den Steinbruch zu betreten, natürlich kein Hindernis.

Beim Halt am Hochbehälter Hagenhof ging es um die Wasserversorgung. In zwei Schritten will die Gemeinde vorgehen: Bis 2016 fließen rund 730.000 Euro in Fernüberwachung, Neubau des Hochbehälters Jakobsruhe und Wasserzählerschächte. Ab 2017 gehen noch einmal 555.000 Euro in den Austausch der Ortsnetzleitungen, die Versorgungssicherheit Gschlachtenbretzingen und die Instandsetzung des Hochbehälters Hagenhof.

An der momentanen Straßensperrung in Rauhenbretzingen ging es dann über die problematische Umleitung über Gschlachtenbretzingen zurück zur Rudolf-Then-Halle. Dort wartete zum Abschluss noch ein Vesper auf die Teilnehmer.

Weitere Themen der Gemeindefahrt waren die Suche nach neuen Gewerbeflächen - im Visier hat man eine Fläche am Ortsrand von Burgbretzingen -, die Schaffung neuer Baugebiete sowie der Ausbau des schnellen Internets durch die Telekom. Außerdem käme noch die Sanierung des Kindergartens Haldenstraße auf Michelbach zu. Mit 700.000 Euro ein ziemlicher Brocken, für den es laut Bürgermeister "nur 300.000 Euro" Zuschüsse aus dem Ausgleichstock gebe. Saniert werden müssten auch die Schulturn- und die Rudolf-Then-Halle: Mit jeweils rund 650.000 Euro auch nicht gerade aus der Portokasse zu bezahlen.

Beim Rückwärtsfahren piepst es nicht mehr

Lärmbelästigung Im Gemeinderat Michelbach hat Bürgermeister Werner Dörr berichtet, dass Bürger Unmut über die Geräusche beim Absetzen der Container und über den Piepston beim Rückwärtsfahren der LKW auf dem Verladeplatz am Steinbruch Wilhelmsglück geäußert hätten. Der Ton diene dem Arbeitsschutz. Bei der Fahrt des Männertreffs verkündete Dörr eine gute Nachricht: Das Transportunternehmen habe eine andere Lösung gefunden, in Zukunft werde es beim Zurückfahren nicht mehr piepsen.

Mengen Täglich kommen meist zwei Züge mit 2000 Tonnen Erdmaterial aus Stuttgart. Man rechne insgesamt mit rund drei Millionen Tonnen in den kommenden fünf bis sieben Jahren. Danach sei der Steinbruch zu etwa einem Drittel verfüllt.

NOA/SIBA