Ingersheim Lothar Schwandt hat über den "Widerstand in Bilgoraj" im Zweiten Weltkrieg berichtet

Schüler auf dem Friedhof des von den Nazis "befriedeten Orts" Sochy, etwa 15 Kilometer östlich von Bilgoraj, in dem rund 200 polnische Menschen als Racheakt für Partisanenüberfälle ermordet wurden, vom Säugling bis zum Greis. Privatfoto
Schüler auf dem Friedhof des von den Nazis "befriedeten Orts" Sochy, etwa 15 Kilometer östlich von Bilgoraj, in dem rund 200 polnische Menschen als Racheakt für Partisanenüberfälle ermordet wurden, vom Säugling bis zum Greis. Privatfoto
Ingersheim / PM 06.03.2015
Um "Widerstand in Bilgoraj", eine Spurensuche zu Kampfhandlungen polnischer Partisanen im Zweiten Weltkrieg, ging es jetzt bei einem Vortrag von Lothar Schwandt in der Geschwister-Scholl-Schule.

Dass gerade Crailsheims Partnerstadt Bilgoraj und seine Umgebung ein Zentrum des polnischen Widerstands gegen die deutsche Besetzung im Zweiten Weltkrieg war, wird kaum thematisiert. Dabei begann die Leidensgeschichte der Stadt mit dem Überfall der deutschen Wehrmacht am 8. September 1939, wobei Frampol eines der ersten Ziele eines Flächenbombardements war und Bilgoraj selbst weitgehend zerstört wurde.

Nach dem Überfall auf die Sowjetunion 1941 versuchten die Nazis, den Raum Zamosc zu einer "Bastion des Deutschtums" zu erklären. Hier wurden volksdeutsche Bauern angesiedelt. Fast zeitgleich wurden die jüdische Bevölkerung in die Vernichtungslager deportiert und polnische Familien brutal auseinandergerissen - bis hin zur erzwungenen Germanisierung und Zwangsarbeit in Deutschland. Die Armia Krajowa, aber auch die Bauernbataillone setzten sich mit Aktionen zur Wehr und verteidigten die Heimat heldenhaft und unter hohen Opfern.

Schüler der Crailsheimer Realschule am Karlsberg besuchten beim Schüleraustausch in ihrer polnischen Partnerstadt den Friedhof von Sochy und legten hier und auch vor dem Partisanendenkmal in Bilgoraj Blumen nieder.

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