Vellberg/Crailsheim Lieber schaffen als rumsitzen

Patrick Meiser, Anil Demir und Louis Blech (von links) aus Vellberg packen beim Bau des Tierheims in Crailsheim mit an. Hund Schnecke freut sich schon, dass er später ausgeführt wird. Foto: Günter
Patrick Meiser, Anil Demir und Louis Blech (von links) aus Vellberg packen beim Bau des Tierheims in Crailsheim mit an. Hund Schnecke freut sich schon, dass er später ausgeführt wird. Foto: Günter
Vellberg/Crailsheim / JULIA GÜNTER 29.03.2012
Im Tierheim finden ausgesetzte oder kranke Tiere, die von ihren Besitzern nicht mehr erwünscht sind, eine Bleibe. Doch so eine Einrichtung braucht engagierte Menschen. Sonst funktioniert das Ganze nicht.

Die Bewohner des Crailsheimer Tierheims wissen nicht, was ihnen Ende des Jahres, noch vor dem Winter, bevorsteht: Der Umzug in den 50 Meter entfernten Neubau. Der Rohbau steht, und nun ist auch schon das Dach gedeckt - dank vieler ehrenamtlicher Helfer, die ihre freien Samstage opfern, um das Dach des neuen Tierheims mit Ziegeln zu belegen.

Dazu gehören auch drei junge Männer aus Vellberg. Jugendarbeiterin Kathrin Rosenitsch hat Louis Blech, Anil Demir und Patrick Meiser nach Crailsheim vermittelt, um auf dem Bau mit anzupacken. Sie sind regelmäßige Besucher im Vellberger Jugendraum, der außer mittwochs täglich geöffnet ist.

"So kann ich Beruf und Freizeit super miteinander verbinden", sagt die 30-jährige Kathrin Rosenitsch. Seit eineinhalb Jahren betreut sie Jugendliche und Kinder in Vellberg und Großaltdorf. Nebenher engagiert sich Rosenitsch im Crailsheimer Tierheim und führt Hunde aus.

Als sie davon hörte, dass für den Bau noch helfende Hände gebraucht werden, hat sie sofort ihre Vellberger Jugendlichen gefragt - allerdings nur diejenigen, die das 18. Lebensjahr bereits hinter sich gebracht haben. Erst dann ist nämlich der wichtige Versicherungsschutz gegeben. "Die anderen wollten auch alle mithelfen, aber die dürfen dann die Hunde ausführen", erklärt die Jugendarbeiterin.

Dass sich drei Auszubildende ganz freiwillig an ihrem freien Samstag im Namen der Tiere engagieren, ist nicht selbstverständlich. Wären sie nicht lieber zu Hause und würden sich von der anstrengenden Woche vor dem PC erholen? "Da bin ich lieber an der frischen Luft, als daheim rumzusitzen", meint der 20-jährige Patrick Meiser. Als Auszubildender zum Elektriker sind ihm die Abläufe auf dem Bau bestens bekannt. Auch der 18-jährige Louis ist mit seiner Ausbildung zum Konstruktionsmechaniker geradezu prädestiniert, um mit anzupacken. Anil Demir dagegen darf mit seinen 17 Jahren noch nicht auf dem Bau arbeiten. Er unterstützt seine Kollegen von unten und hält Stärkungen für sie bereit. "Da können sich andere eine Scheibe von abschneiden", lobt ein anderer Ehrenamtlicher die Jugendlichen.

Zudem ging das Decken des Daches den vielen Helfern am Samstag zur Monatsmitte überraschend schnell von der Hand. "Das war eben perfektes Teamwork", erklären die drei jungen Männer übereinstimmend. So bleibt auch noch Zeit für die Hunde im Heim: Sie freuen sich über einen langen Frühlingsspaziergang mit Kathrin Rosenitsch und den Jungs. Zum Abschluss eines arbeitsreichen Tages gibt es auch noch eine kleine Belohnung in einem Fastfood-Restaurant.

"Seid ihr bei der nächsten Aktion wieder mit dabei?", fragt die Jugendarbeiterin in die Runde. Ein zustimmendes "Klar!" lässt daran gar keinen Zweifel aufkommen.