Ganz oben in der Liste steht das Unternehmen, das Deutschlands Automobilindustrie repräsentiert wie kein anderes: Daimler. Auf Rang 50 ist Kärcher abgesackt. Das Unternehmen entwickelt und fertigt in Obersontheim Reinigungstechnik. Dort im Bühlertal hat Kärcher seine größten Produktionswerke mit rund 1500 Beschäftigten.

Zwischen Daimler auf Rang 1 und Kärcher auf Platz 50 der größten Unternehmen Baden-­Württembergs sind weitere Firmen gelistet, die in der Region Heilbronn-Franken und im Landkreis Schwäbisch Hall als große Arbeitgeber von Bedeutung sind. Bewertet sind die Unternehmen nach ihrem Jahresumsatz.

Die Neckarsulmer Schwarz-Gruppe ist das zweitgrößte Unternehmen im Südwesten. Der Einzelhandels-Konzern betreibt die Lidl- und Kaufland-Märkte. Rund 12 100 Filialen gehören zusammengenommen zu Lidl und Kaufland. Es gibt die Discounter in 30 Ländern der Welt.

Lidl- und Kaufland-Manager fliegen ab Hall ins Ausland

Damit ist die Schwarz-Gruppe nicht nur in Deutschland eine beachtliche Größe. Gemessen am Umsatz ist Schwarz auf dem Globus die Nummer 5 der Handelsunternehmen. Bei der Entwicklung aus Deutschland heraus spielt Schwäbisch Hall als Flugplatz-Standort eine wesentliche Rolle. Von der dortigen Piste im Osten der Stadt fliegen die Lidl- und Kaufland-Manager zu den Verhandlungen ins Ausland.

Mahle und Würth tauschen

Würth hat sich in diesem Jahr verbessert. Der Konzern aus Künzelsau gilt als das elftgrößte Unternehmen in Baden-Württemberg. Zuletzt steigerte Würth seinen Umsatz um 7,1 Prozent auf 13,6 Milliarden Euro. Für den Händler und Hersteller von Montagetechnik arbeiten in 400 Gesellschaften 77.000 Menschen.

Mahle hat mit Würth den Platz getauscht und steht jetzt auf Rang 12. Der Automobilzulieferer hat ein Standbein in Gaildorf. Dort werden Nockenwellen hergestellt. Drei Standorte im Haller Teilort Sulzdorf hat Mahle zuletzt aufgelöst. Auch aus Öhringen zog sich der Stuttgarter Konzern, der insgesamt fast 80.000 Menschen beschäftigt, zurück.

Der große Erfolg des IT-Dienstleisters Bechtle schlägt sich in der Baden-Württemberg-Rangliste mit einem Vorrücken von Rang 34 auf Platz 26 nieder. Die Bechtle AG, die in Gaildorf ihre Buchhaltung angesiedelt hat, konnte ihren Umsatz um 21 Prozent auf 4,3 Milliarden Euro steigern.

Der Maschinenbauer Voith fiel dagegen etwas zurück. Der Konzern aus Heidenheim hat eine starke Säule in Crailsheim. Dort entwickelt und fertigt Voith Antriebs- und Bremssysteme. Voith bezeichnet Crailsheim als sein Kompetenzzentrum für Produkte, die nach dem hydrodynamischen Prinzip arbeiten.

Die Umsatzzahlen der genannten Unternehmen in Milliarden Euro: Daimler (167,4), Schwarz (104), Würth (13,6), Mahle (12,6), Bechtle (4,3), Voith (4,2), Kärcher (2,5).

Konjunktur lässt nach

Dass viele der großen Unternehmen im Land angesichts einer nachlassenden Konjunktur mit Problemen zu kämpfen haben, macht Heinrich Baumann deutlich. Der Präsident des Landesverbands der Industrie (LVI) wird in der Stuttgarter Zeitung mit der Aussage zitiert: „Die Aufträge gehen zurück, aus dem Ausland kommen keine Impulse.“ Zwar rechnet der LVI nicht mehr mit einem harten Austritt der Briten aus der EU, doch auch ein weicher Brexit werde immense Auswirkungen auf die Industrie in Baden-Württemberg haben.

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D-Mark bezahlte Gründer Dieter Schwarz einst an den pensionierten Berufsschullehrer und Kunstmaler Ludwig Lidl für das Recht, dessen Namen für die Discount-Märkte verwenden zu dürfen. Schwarz wollte vermeiden, dass seine Filialen „Schwarzmarkt“ genannt werden.