Schrozberg LBV vor 4,5-Millionen-Kraftakt: Am Zeller Weg in Schrozberg soll eine neue Bäckerei entstehen

Schrozberg / MATHIAS BARTELS 27.04.2015
Die LBV Schrozberg hat Großes vor: Rund 4,5 Millionen Euro sollen in den nächsten Jahren in den Neubau einer Bäckerei auf dem früheren Drews-Areal am Zeller Weg fließen - fraglos eine Investition in die Zukunft.

Die Jahresberichte von Aufsichtsrat und Vorstand: alles positiv und wie gehabt. Die Geschäftsbilanz 2014: absolut in Ordnung. Die Einschätzung der wirtschaftlichen Rahmenbedingungen: Da hat wohl jeder selber sein Bild. Doch als LBV-Geschäftsführer Wilhelm Thierauch am Freitagabend während der Generalversammlung die Zukunft des genossenschaftlichen Unternehmens ins Auge fasste, wurde es ruhig in der Schrozberger Stadthalle. "Wer im Bäckergeschäft weiter erfolgreich mitmischen will, muss auch die Voraussetzungen dafür schaffen", sagte Thierauch.

Der Blick auf die Umsatzentwicklung verdeutlichte, dass die Bäckerei zuletzt neben den von der LBV betriebenen drei Edeka-Märkten die einzigen Felder waren, auf denen die Genossenschaft zugelegt hat. Zwar fiel das Geschäftsergebnis in der Summe zufriedenstellend aus, doch einige Umsatzrückgänge waren unübersehbar (mehr dazu in Kürze in einem gesonderten HT-Bericht). Die Bäckerei indes, daran ließ der Geschäftsführer keinen Zweifel, ermögliche stetiges Wachstum.

Und wer wachsen und sichere Arbeitsplätze will, der müsse sich kümmern, sprich: investieren. Bei der LBV-Bäckerei bedeutet das: bauen. Denn längst sei man an Kapazitätsgrenzen gestoßen, wenngleich man ein Handwerksbetrieb bleiben und durch den Neubau sogar noch stärker zum Ursprünglichen zurückkehren wolle, so Thierauch. Die Ideen zum 4,5-Millionen-Kraftakt reichten schon länger zurück. Jetzt habe man einen Spezialisten gefunden, ein Planungsbüro aus Norddeutschland, das den neuen Betrieb "von innen nach außen plant" (Thierauch).

Idealerweise biete das 2006 von Drews erworbene Areal alles, was benötigt wird: Strom, Wasser, Abwasser und Blockheizkraftwerk - all das könne weiter genutzt werden. Abgerissen werden muss allerdings das gesamte Lager bis auf eine Lagerhalle im hinteren Bereich. Das bisherige Sacklager weicht in das bislang noch an die Firma Sänger vermietete Gebäude, das Pflanzenschutzlager findet sich künftig über dem ehemaligen Drews-Verkaufsladen - dieses Gebäude erhält ein neues Schleppdach. "Backöfen, Maschinen und dergleichen werden weitgehend mitgenommen", kündigte der Geschäftsführer an. Auch Lohn- und Finanzbuchhaltung sowie ein Besprechungszimmer und Sanitäranlagen finden im Neubau ihren Platz.

In den Gesamtkosten seien auch Ausgaben für neue Maschinen und Einrichtungen enthalten. Glücklicherweise gestalte sich die Zinslandschaft derzeit sehr gut, "sodass die Zinsbelastung überschaubar werden dürfte", so Thierauch. Im Herbst dieses Jahres soll der Altbau abgerissen werden, ein Jahr später, so deutete Wilhelm Thierauch an, könnten dann wohl die neuen Räume bezogen werden. Vorstand und Aufsichtsrat hätten das Bauvorhaben einstimmig befürwortet, bekräftigte er.