Eine gelungene Generalprobe fürs Finale haben die Teilnehmer der Aktion Lauf geht’s der Südwest Presse Hohenlohe am Dienstag gemeistert. Die Läufer und Walker aus den Lauftreffs Schwäbisch Hall und Crailsheim, die inzwischen seit fast fünf Monaten trainieren, um am Ende einen Halbmarathon zu schaffen, sind den Virtual BurgbergRun gelaufen.
Nach einem gemeinsamen Aufwärmtraining  mit Mobilisations- und Stabilisationsübungen ging es in kleinen Gruppen und mit Abstand auf die Strecke: Ein Viertelmarathon (10,6 Kilometer) und ein Halbmarathon (21,1 Kilometer) standen zur Auswahl.

Eine Extrarunde angehängt

Melanie Stirnkorb (50) aus Schrozberg hat sich für die 10,6-Kilometer-Strecke entschieden. „Diese Distanz laufe ich inzwischen ohne Probleme“, berichtet die Laufanfängerin voller Begeisterung. „Wenn mir das vor einem halben Jahr jemand erzählt hätte, hätte ich es nicht geglaubt.“
Der Viertelmarathon in der Gruppe lief für die Schrozbergerin sogar so gut, dass sie gleich noch eine Extrarunde anhängte. „Laut Trainingsplan hätten wir am Dienstag 100 Minuten laufen müssen, deshalb bin ich einfach noch weitergelaufen.“ Wenn sie dem Plan weiterhin so konsequent folgt, sollte der Halbmarathon, der Mitte Oktober ansteht, für sie kein Problem darstellen.
Auch Andreas Mozzi aus Westheim kam durch die Aktion Lauf geht’s zum Laufen. Er wagte sich mutig an die Halbmarathon-Distanz, die vom Crailsheimer Freibad aus über Oberspeltach und Ölhaus einmal rund um den Burgberg führt. „Ich bin noch nie zuvor so lang gelaufen“, sagt der 54-Jährige. „Im Training war ich bislang höchstens 15 Kilometer unterwegs.“
Lauf geht’s Schwäbisch Hall Der Weg lockt mehr als die Couch

Schwäbisch Hall

Doch mit Unterstützung einiger Mitläufer und durch die Tipps des Trainers Florian Bader, der während des Laufs an seiner Seite blieb, hat Mozzi die 21,1 Kilometer bewältigt. „Ich hatte Sorgen, dass bei Kilometer 18 der gefürchtete Mann mit dem Hammer kommt. Aber er kam nicht. Dann habe ich nochmal Gas gegeben.“ Kurz vor dem Ziel legte der Westheimer an Tempo zu und überholte gar noch einen vorauslaufenden Läufer. Am Ende schaffte er es, unter zwei Stunden die Ziellinie zu überqueren. „Damit hätte ich nie gerechnet. Das war der Wahnsinn.“
Mozzi hatte sich vorgenommen, den Halbmarathon zum Finale von Lauf geht’s unter zwei Stunden zu laufen. „Jetzt muss ich mir für den Endlauf ein neues Ziel suchen“, sagt er schmunzelnd.
Die beiden Headcoaches der Aktion Martin Wenger und Marcus Faber staunen über die Fortschritte, die die Teilnehmer in wenigen Trainingsmonaten gemacht haben. „Wenn ich an unsere ersten Lauftreffs zurückdenke, sehe ich viele Läufer noch vor mir, wie sie nach drei Minuten Laufen ausgepowert waren“, erinnert sich Wenger. „Jetzt laufen unsere Anfänger locker eine Stunde und manche von ihnen sind sogar schon zwei Stunden unterwegs. Das ist eine tolle Leistung.“
Neben dem Trainingsplan und dem Ernährungsprogramm macht der Trainer für diesen Erfolg vor allem den Zusammenhalt innerhalb der Laufgruppen verantwortlich. „Die Stimmung unter den Läufern ist sehr gut, da zieht einer den anderen mit.“
In der Gruppe ist es auch leichter, eine Hürde zu nehmen, wie etwa den letzten Anstieg auf der Halbmarathonstrecke des BurgbergRuns. „Der Berg ist nicht ohne“, meint auch Marcus Faber, der die schnellen Läufer begleitet hat. „Zum Glück läuft man ihn auf Schotterwegen und nicht auf Asphalt.“ Wer den letzten Hügel jedoch gemeistert hat, kommt mit einem Lächeln ins Ziel.