Am Stand von Roland Stoll vom gleichnamigen Renault-Autohaus in Crailsheim herrscht am Sonntag viel Betrieb. Der auf dem Langenburger Schlossparkplatz in der Sonne funkelnde flotte Flitzer findet großes Interesse. Einen Tankdeckel sucht man vergebens an dem Auto – dafür verbirgt sich hinter dem großen Markenemblem am Kühlergrill eine Steckdose.

Dass der Wagen, mit dem Namen Zoe, so die Blicke anzieht, liegt weniger am Design. „Seit es den 41-Kilowatt-Akku gibt, hat sich die Reichweite erhöht“, nennt Stoll einen wichtigen Grund dafür. Das Auto kann damit bis zu 400 Kilometer weit kommen, bis es wieder an die Steckdose muss. „Wir verkaufen derzeit zwei oder drei pro Woche“, verrät der Händler, wie erfolgreich das Modell derzeit ist.

Elektromobilität Siebter E-Mobilitätstag in Langenburg

Kein Gestank im Luftkurort

Was aber auf jeden Fall ein Vorteil ist: Es gibt keinen Auspuff. „Anders als bei der Langenburg Historic hört man heute kein Knattern, und es riecht nicht“, meint deshalb auch der Langenburger Bürgermeister Wolfgang Class, der diesen Effekt in seinem Luftkurort schätzt.

Landrat Gerhard Bauer hebt hervor, dass das Energiezentrum Wolpertshausen mit den Händlern eine breite Markt- und Modellübersicht auf die Beine gestellt hat. Es gebe damit Informationen zu den Fahrzeugen und Förderungen aus erster Hand. „Der Elektroantrieb kann ein wichtiger Baustein bei der Mobilität der Zukunft werden“, sagt der Chef der Kreisverwaltung.

Dass es auch vermehrt E-Bikes sind, die gekauft werden, hat auch Fürst Philipp zu Hohenlohe-Langenburg bemerkt, der sein Schlossareal für die Veranstaltung zur Verfügung gestellt hat.

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Mit E-Bikes aus dem Tal hinauf

„Früher haben manche Radfahrer drunten im Jagsttal nur die Hälse nach dem Schloss gereckt, mit Elektroantrieb kommen sie jetzt auch eher zu uns hinauf“, witzelt er. Stolz sei er darauf, dass die siebte Auflage des Elektromobiltätstags nach Langenburg gelockt werden konnte. Die Veranstaltung passe gut zur Tradition des Automuseums, wo sogar ein elektrisch angetriebener Wagen aus dem Jahr 1903 zu sehen ist.

Gernot Müller interessiert sich aber eher für Zweiräder. „Ich bin ein Motorradfan und durfte schon einmal mit einer elektrischen Maschine fahren“, sagt er – und seine Augen leuchten.

Der Durchzug des Zweirades sei sagenhaft gewesen. „Und das fast geräuschlos. Ein ganz neues Gefühl von Freiheit“, schwärmt er. Kaufen will er sich bald selbst ein E-Motorrad, weiß aber noch nicht, welches. „Die gibt’s neu von 8000 bis 35.000 Euro – je nachdem, wie lange und schnell man damit unterwegs sein will“, weiß der Fan. Reichweite brauche er als Spaßfahrer eher wenig. „Aber mal die Maschine bis 150 Sachen aufzudrehen, ist Klasse“, meint er.

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