Bei der Überschrift „Flower-Power“, die Fürst Philipp und Fürstin Saskia den Gartentagen gegeben haben, denkt das Fürstenpaar wohl nicht in erster Linie an Hippies und freie Liebe, an Blumenkinder und Protest, wie es in den Jahren um 1968 gang und gäbe war. Sie denken an die Kraft, mit der Blumen wie alle Pflanzen auf den Menschen wirken, ihm Ruhe und Entspannung bieten können. Und sie denken auch an Bienen, Hummeln und andere Insekten, für die Blumen Lebensgrundlage sind, die aber auch wichtig für das Überleben der Menschheit sind.

Blütenfülle lockt Bienen

„In Zeiten zunehmender Versiegelung des öffentlichen Raums wird es immer wichtiger, den Pflanzen wieder mehr Platz in unseren Gärten zuzugestehen“, heißt es in einer Pressemitteilung des Landschafts-Architekturbüros Lohde, das die Gartentage für das Fürstenhaus organisiert. Im Programm der Gartentage spiegelt sich dieses Ansinnen mehrfach wider. So hält die Autorin Dr. Brunhilde Bross-Burkhardt am Sonntag um 15.30 Uhr im Vierjahreszeitensaal des Schlosses einen Vortrag über „Blütenfülle lockt Bienen und Co.“, in dem sie erläutert, wie man Zier- und Nutzgärten bienenfreundlich gestaltet.

In einem weiteren Vortrag stellt Bross-Burkhardt „Ideen ganz ohne Schotter“ vor (Samstag, 14 Uhr), der Gartenplaner Rainer Schlipf spricht über „blütenreiche Gärten“ (Samstag, 16 Uhr), und den Insekten kommt auch eine Aktion von Frank Wetzel von der Bioland-Baumschule Wetzel zugute: Er veredelt Obstbäume nach Wunsch, indem er von den Besuchern mitgebrachte Triebe auf einen neuen Stamm setzt. So ermöglicht er es, einen alten Obstbaum nachzuziehen.

Rund um das Schloss spielen Insekten den ganzen Sommer über eine große Rolle. Fürst Philipp erzählt zum Beispiel vom Lavendel, der im Barockgarten blüht. „Der Lavendel zieht die Hummeln in Mengen an“; sagt er im Gespräch mit unserer Zeitung. Dasselbe gelte für die Obstspalierbäume im Barockgarten.

Als „Paradies für Bienen“ bezeichnet der Fürst den wilden Wein, der an den Mauern im Schlossgraben wächst. Dass er mit seinen Kindern schon einmal ein Insektenhotel gebaut hat, betrachtet er als selbstverständlich. „Dass es rund um das Schloss viele Insekten gibt, kann man in der Nacht feststellen, dann herrscht bei den Fledermäusen reger Flugverkehr“, berichtet Fürst Philipp.

Wenig kann der Schlossherr den Kiesbeeten abgewinnen, die zunehmend in den Vorgärten in Wohngebieten zu sehen sind. „Das sind keine Gärten, wie ich sie mir vorstelle“, sagt er dazu. Allerdings weist Fürst Philipp auch darauf hin, dass in asiatischen Gärten die Gestaltung mit Steinen durchaus Tradition hat.

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Die Innenstadt wird für den Verkehr gesperrt


Wegen der Gartentage ist die Langenburger Innenstadt an allen drei Tagen jeweils von 8 bis 21 Uhr für den gesamten Verkehr gesperrt. Die Bächlinger Steige darf nur von Anwohnern der Innenstadt mit einer besonderen Durchfahrtserlaubnis befahren werden sowie von den Pendelbussen.

Die Umleitungen sind ab der Autobahnausfahrt Wolpertshausen und an den Landstraßen ausgeschildert.

Parkplätze stehen in Bächlingen und an den Zufahrtsstraßen aus Richtung Michelbach/Heide bis zum Freibad zur Verfügung. Von dort aus bringen kostenlose Busse die Besucher zum Schloss.

Die Stadtverwaltung bittet dringend darum, die Halteverbotsschilder zu beachten.

Die Öffnungszeiten: Freitag von 10 bis 19 Uhr, Samstag von 9.30 Uhr bis 19 Uhr, Sonntag von 9.30 Uhr bis 18.30 Uhr.