Er sei „dankbar ergriffen“, von den Genossen des SPD-Kreisverbands zum fünften Mal seit 2001 zum Kandidaten für die Landtagswahl im Wahlkreis Schwäbisch Hall gewählt worden zu sein. Das schreibt Kreisvorsitzender Nikolaos Sakellariou am Samstag auf Facebook. Er bedankt sich für „ein überzeugendes Ergebnis“, das ihn motiviere, „alles dafür zu tun, die Scharte von 2016 auszuwetzen, wo nur 86 Stimmen für den Wiedereinzug in den Landtag gefehlt haben“. Das wolle er mit seinem Ersatzkandidaten Markus Wanck aus Braunsbach-Steinkirchen bis zur Landtagswahl am 14. März 2021 besser machen.
Von den anwesenden 39 wahlberechtigten SPD-Mitgliedern hatte der Haller Jurist am vergangenen Freitag im Gasthof Goldener Ochsen in Cröffelbach 34 Jastimmen erhalten. Wanck erhielt 36 Jastimmen. Wirkliche Spannung konnte so bei jeweils einem Kandidaten natürlich nicht aufkommen. Stephanie Paul und Danny Multani aus dem Kreisvorstand leiteten die Versammlung, bei der streng auf die Einhaltung der Corona-Regeln geachtet wurde. So wurden die einzelnen Tische separat zur Abgabe der Stimmzettel aufgefordert. Hintereinander begaben sich die Genossen auf einem festgelegten Weg an die Urne – und dabei galt zudem die Maskenpflicht. „Ich weiß nicht, wie es euch geht, aber ich bin froh, dass wir in diesen verrückten Zeiten endlich wieder solche Versammlungen machen dürfen“, sagt Multani bei der Begrüßung. Der Kreisvorstand habe sich in den vergangenen Wochen beraten und erneut Sakellariou als Kandidaten vorgeschlagen.
Der ging in seiner Bewerbungsrede auf eine breite Palette von Themen ein: beispielsweise Sozialpolitik, Klimawandel, Bildungspolitik oder die innere Sicherheit. Sakellariou ließ so gut wie nichts aus, betonte aber immer die sozialen Komponenten seines Politikverständnisses. Dabei gab es immer wieder heftige Kritik an der Arbeit der „schwarz-schwarzen“ Regierungskoalition aus Grünen und CDU.
Für Unmut sorgte bei Peter Trumpp, Vorsitzender des SPD-Ortsvereins Ilshofen, Sakellarious uneingeschränktes Bekenntnis zur Polizei. Dieser meinte mit Blick auf die aktuelle Rassismusdebatte, dass man von Einzelfällen nicht auf die gesamte Organisation schließen dürfe. „Wir dürfen nicht pauschalisieren, aber wir müssen genau hinschauen“, so Trumpp. Multani entgegnete, dass man der Polizei keinen latenten Rassismus unterstellen dürfe. „Das, was unsere Bundesvorsitzende Saskia Eskens dazu getwittert hat, war das dümmste, was ich seit Langem gelesen habe“, so Multani.
Nachdem sich die Wogen wieder geglättet hatten, gab es noch ein Grußwort von Sascha Binder, Landtagsabgeordneter und Generalsekretär der SPD Baden-Württemberg.

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„Die Ärzte kriegen mich wieder hin“


Zum Ende seiner Bewerbungsrede ging Nikolaos Sakellariou noch kurz auf seinen Gesundheitszustand ein (wir berichteten). „Ihr habt ja mitbekommen, dass ich eine Durchblutungsstörung hatte, die dazu geführt hat, dass ich auf dem rechten Auge fast nichts mehr sehe“, so Sakellariou. Seine Ärzte hätten ihm aber versichert, dass sie diese Beeinträchtigung so hinbekommen würden, dass er wieder voll arbeitsfähig sein werde. Er werde nun erst einmal für drei Wochen in Reha gehen. „Danach stehe ich dann mit voller Kraft für einen Wahlkampf zur Verfügung, der uns das Mandat zurückbringen soll, das uns 2016 verloren gegangen ist“, versprach der Kandidat seinen Parteigenossen. noa