Für welche Themen setzen sich die Jugendparteien im Landkreis Schwäbisch Hall ein? Sind sie beispielsweise für ein Wahlrecht ab 16? Wir haben für euch nachgefragt.

Warum ist es wichtig, dass junge Menschen zur Wahl gehen?

Grüne Jugend: (Benedict Zott, Sprecher) Nicht erst die Corona-Pandemie zeigt uns, welche Krisen unsere Gesellschaft zu bewältigen hat. Es geht nicht nur darum, den sogenannten Wohlstand in Baden-Württemberg zu sichern, sondern auch um den Fortbestand unserer Zivilisation im Angesicht der Klimakrise. Denn es kann keinen Wohlstand geben, wo kein Leben möglich ist. Die Entscheidungen, die die nächste Regierung treffen muss, werden Auswirkungen auf uns junge Menschen über Jahrzehnte hinweg haben. Deshalb sollten wir mit unserer Stimme bei der Landtagswahl auch entscheiden, was uns in unserem späteren Leben betrifft. Die Entscheidungen müssen von den Parteien und Politikern getroffen werden, welche auch in unserem Sinne handeln. Das können wir durch unsere Teilnahme an der Wahl bewirken.
Junge Union: (Matteo Hemminger, Kreisvorsitzender) Junge Menschen sind nicht nur die Zukunft unseres Landes, sondern oftmals schon bereits jetzt in vielen Fällen der Motor unserer Gesellschaft. Alleine in diesem Super-Wahljahr wird es laut den Kommunen in unserem Wahlkreis rund 8000 potentielle Erstwählerinnen und Erstwähler geben. Bei solchen Zahlen, die einen sehr großen Einfluss haben können auf den Ausgang der Landtags- aber auch der anstehenden Bundestagswahlen, ist es wichtig, gerade den jungen Menschen im Kreis klar zu machen, was jede und jeder Einzelne für eine große demokratische Entscheidungskraft hat und wie wichtig es ist sein Stimmrecht auch bereits in jungem Alter, von Anfang an wahrzunehmen, um als junge Menschen gemeinsam Themen voranzubringen die gerade auch die kommenden Generationen in Zukunft am meisten betreffen werden. Für uns ist klar, wie wichtig es ist, diese Themen nicht ausschließlich der älteren Generationen zu überlassen.
Junge Alternative: (Jochen Lobstedt, Landesvorstand) Die Jugend von heute ist die Zukunft von morgen. Daher sollte sich jede Person im Klaren sein, dass sie mit ihrer Stimme die eigene Zukunft mitgestalten kann.
Jungsozialisten: (Pascal Gruber, Vorsitzender) Die Interessen der Jugend, und der jungen Menschen in Baden-Württemberg werden kaum beachtet, geschweige denn Forderungen ernst genommen. Nur durch entsprechende Veränderungen in der Regierung, können Interessen der Jugend besser vertreten werden. Um Forderungen durchzusetzen ist es wichtig, als Jugendliche/r zur Wahl zu gehen und sein Wahlverhalten an eigene Interessen anzuknüpfen.
Junge Liberale: (Moritz Merola, Kreisvorsitzender) Demokratie zu wahren ist unsere essentielle Aufgabe als Gesellschaft, jedoch ist dies nur möglich, wenn wir uns, auch als junge Menschen, aktiv daran beteiligen. Junge Menschen sind aktuell, entgegen der landläufigen Meinung, besser informiert denn je und damit bestens für die politische Teilnahme geeignet. Wir als Julis sind daher der Meinung, dass junge Menschen im Landkreis die Chance ergreifen sollten, durch eine Teilnahme an den Wahlen ihre eigene Zukunft aktiv mitzubestimmen. Aus diesem Grund ist es wichtig, dass die Jugendlichen in diesen „Superwahljahr“ wählen gehen.
Linksjugend Solid: (Simon Brecht, Landesgeschäftsführer) Wir finden, dass junge Menschen aktuell in der Politik nicht ausreichend ernst genommen werden und genau deshalb sollten sie jetzt die Initiative ergreifen und jemanden wählen, der ihre Wünsche und Ziele verfolgt und ihre Sorgen nicht ignoriert.

Welche Themen sind für die jungen Menschen (im Landkreis Schwäbisch Hall) wichtig?

Grüne Jugend: Im Mittelpunkt steht eine Klimapolitik, die das Erreichen des 1,5-Grad-Ziels ermöglicht. Wir sind die letzte Generation, welche die Klimakrise noch aufhalten kann, aber auch die erste, welche die volle Auswirkung der Klimakrise zu spüren bekommt. Die Bewegungen Fridays for Future, Parents for Future und Scientists for Future haben im großen Klimacheck BW die Wahlprogramme der großen Parteien überprüft und sind zu einem eindeutigen Ergebnis gekommen. Die Grünen haben dabei am besten abgeschnitten. Außerdem ist die Digitalisierung von großer Bedeutung! Nicht nur die Schulen und Lehrpläne müssen endlich inhaltlich und von der Ausstattung her im 21. Jahrhundert ankommen, sondern auch der Rest der Gesellschaft. Schnelles und gutes Internet wird an jeder Milchkanne benötigt, vor allem im ländlichen Raum, wie etwa im Landkreis Schwäbisch Hall. Aber auch bessere demokratische Teilhabe durch uns junge Menschen ist sehr wichtig. Es dürfen keine Entscheidungen in der Politik – oder sonst wo – ohne uns gefällt werden. Ebenso wollen wir dem Geist der Zeit folgen und uns neben der besseren Teilhabe auch für die Tilgung von Rassismus, Sexismus und allen anderen Formen der Diskriminierung in Politik, Beruf, Bildung, Medien und der Gesellschaft zum Beispiel in Form von besserer Aufklärungsarbeit einsetzen. Deshalb machen wir uns auch für Toleranz, Gleichberechtigung und Offenheit bei Themen, wie dem Queerfeminismus, LGBTQIA+ oder der Inklusion von geistig und/oder körperlich eingeschränkten Personen stark. Daher setzt sich die Grüne Jugend sowohl für ein Wahlalter ab 16 auf Landesebene und ein Listenwahlrecht ein, um es auch politisch interessierten und engagierten Jugendlichen zu ermöglichen, die Politik ihres Landes mitzubestimmen und gleichzeitig die Diversität und Vielfalt unserer bunten Gesellschaft auch bei der Wahl zu repräsentieren.
Junge Union: Die Entscheidungen, die Tag für Tag im Landtag von Baden-Württemberg, aber auch im Bundestag beschlossen werden haben in so gut wie jedem Fall direkt oder indirekt eine Auswirkung für den Landkreis Schwäbisch Hall und den ländlichen Raum. Es ist gerade für uns als JU und die jungen Menschen im Kreis unfassbar wichtig, dass der ländliche Raum endlich wieder attraktiver wird. Das geht nur mit Kernthemen wie Digitalisierung, dem damit verbundenen Netzausbau, einer leistungsorientierten Bildungspolitik, einer liberalen und sozial-marktwirtschaftlichen Wirtschaftsoffensive, sowie einem Fokus auf den ständigen und vor allem schnellen Ausbau von infrastrukturellen Mobilitätskonzepten, ohne den Keil weiter zwischen Schiene und Straße zu treiben und Stimmung gegen das Auto zu machen. Ein Mix aus einem kostengünstigen, umweltfreundlichen ÖPNV mit einem schnellen und gut ausgebauten Streckennetzen und Fahrplansystem, aber auch dem bequemen und unkomplizierten „von A- nach B kommen“ im privaten oder mit Car-Sharing ist ein entscheidender Schlüssel für die Attraktivität des ländlichen Raums.
Junge Alternative: Für die Erstwähler sind sowohl die Bildungspolitik als auch die Entwicklungspolitik wichtig. Außerdem sollte ihnen auch die Aufarbeitung der Corona-Politik der Landesregierung wichtig sein. Hier wird sich herauskristallisieren, welche Fehler gemacht wurden und welche Dinge hätten anders gemacht werden können beziehungsweise müssen.
Jusos: In unserem Kreis ist das Thema des ÖPNV entscheidend. Aber auch der Umweltschutz, der mit dem ÖPNV zusammenhängt, liegt vielen Jugendlichen in Schwäbisch Hall, Hohenlohe und Umgebung am Herzen. Sehr wichtig ist die Bildung. Das Schulwesen, wie es im Moment existiert, ist an einigen Stellen ausbaufähig. Vorgehensweisen an Schulen im Kreis, auch in Zusammenhang mit Corona müssen verändert werden. Es geht nicht, dass an einigen Schulen der Unterricht zum Teil in Präsenz oder ein voller Stundenplan online angeboten wird und an anderen Schulen der Unterricht ins Schleppen gerät. So entsteht Bildungsungerechtigkeit, die es auszugleichen gilt. Auszubildende zu stärken und zu fördern gehört genauso zur Bildungsarbeit des Landes, wie auch die Arbeit in allgemeinbildenden Schulen. Der soziale Wohnungsbau und bezahlbarer Wohnungsraum ist für Erstwähler genauso wichtig.
Julis: „Durch die momentane Corona-Lage interessieren sich die Erstwähler noch mehr für politische Entscheidungen. Deswegen denk ich persönlich, dass neben dem Umgang mit den wirtschaftlichen und sozialen Auswirkungen durch die Corona- Pandemie, die Bildungs-, Digitalisierungs- sowie die Umweltpolitik von hoher Priorität sein werden.“
Solid: Es geht um unsere Zukunft, wir brauchen Veränderung, gerade auch im Hinblick auf den Klimawandel – und es kann sich nur etwas ändern, wenn wir selbst darauf hinarbeiten statt unsere Zukunft in die Hände der alteingesessenen Politiker zu legen. Doch für uns geht es um mehr als nur um die Klimagerechtigkeit. Die jungen Erstwähler im Landkreis interessieren sich auch dafür, dass sie einen gut bezahlten Arbeitsplatz finden, dass sie sich eine Wohnung leisten können oder dass sie mit dem öffentlichen Nahverkehr zuverlässig und regelmäßig von A nach B kommen, auch in die größeren Städte wie Stuttgart oder Nürnberg. Außerdem sind sie direkt betroffen von der fehlenden Digitalisierung an den Schulen und dem Lehrermangel. Mit am wichtigsten ist ihnen, unserem Eindruck nach aber, dass sie ihre Stimme einsetzen können gegen Rassismus, Ausgrenzung und Hetze.

Welche Themenschwerpunkte setzt eure Jugendpartei im Landkreis mit Blick auf die Landtagswahl und warum?

Grüne Jugend: Für uns ist der Klimaschutz in Baden-Württemberg von äußerster Wichtigkeit. Es ist nicht wegzudiskutieren, dass die Klimakrise, mitsamt dem Artenschwund und der weltweiten Ressourcenknappheit, für uns alle die größte Bedrohung ist. Deshalb ist dies selbstverständlich unser wichtigster Punkt. Dazu erfordert es endlich den nötigen Wandel in Energie und Mobilität. Aber auch die Digitalisierung ist zentral für uns im ländlichen Raum. Wir wollen nicht von der schnell voranschreitenden digitalen Gesellschaft abgehängt werden. Auch sollte sich das Land noch mehr gegen Diskriminierung und Intoleranz stark machen und den davon betroffenen zur Seite stehen. Die Stadt Schwäbisch Hall konnte im vergangenen Jahr bei ihrer polnischen Partnerstadt Zamość sehr gut beobachten, dass immer noch viel zu viele Menschen unter extremer Diskriminierung und Ausgrenzung aufgrund der Sexualität oder anderen Eigenschaften leiden und daran kaputtgehen. Das muss sich ändern!
Junge Union: Uns als junge Menschen bewegt vor allem folgendes: Bildungspolitik – Bildung als unsere Zukunft. Das Ländle wieder zum Vorbild in Sachen Bildungspolitik machen, denn wer nichts im Boden hat muss bekanntlich umso mehr im Kopf haben. Bekämpfung von Extremismus und Hass innerhalb unserer Gesellschaft – Für uns ist klar, ob religiös, ob rechts, ob links: Jeder Extremist ist Mist! Eine starke Infrastruktur und Mobilisierungskampagne im ländlichen Raum. Hier muss der Unterschied an Angebotsqualität zwischen urbanem und ländlichem Raum deutlich angeglichen werden. Für uns eines der zentralen Themen die über die Zukunft des ländlichen Raums entscheiden wird. Ein starker Rechtsstaat und weiterhin ständig wachsende Sicherheit und sinkende Kriminalität in Deutschland und vor allem in Baden-Württemberg. Eine klare umweltfreundliche Politik für die Zukunft, aber nicht durch Verbote, sondern durch schlaues wirtschaftliches Handeln und Schaffen von Anreizen, nicht durch Ideologie, sondern durch Innovation. Wir sind nicht das Land der Verbote, sondern das Land der Denker und Tüfftler. Digitalisierung unbedingt vorantreiben, von der kommunalen Ebene bis ins Land. Keine Ausreden! Hierbei dürfen keinerlei Kosten gespart werden!
Junge Alternative: Wir als Junge Alternative setzen unsere Themenschwerpunkte klar in den Bereichen der Mobilität im ländlichen Raum, in der Bildungspolitik und in der Corona-Politik.
Jusos: Im Landkreis Hohenlohe haben wir das große Glück einen jungen Kandidaten für die Landtagswahl zu haben. Patrick Wegener (26), der selbst noch im Juso-Alter ist. Wer kann die Jugendlichen besser vertreten, als junge Abgeordnete. Der ÖPNV, wie auch die Bildung sind bei den Jusos schon lange Thema. Wir setzen uns immer wieder mit diesen auseinander und haben auch schon Meinungen von Experten, Verbänden eingeholt, um argumentativ auf solidem Boden zu stehen. Beim Thema Umweltschutz sind wir in Schwäbisch Hall in Form eines Klimabündnisses aktiv, in dem wir mit den anderen Jugendparteien diskutieren und Forderungen entwerfen. Themen für die Jusos sind also ÖPNV, Umweltschutz, Bildung und bezahlbarer Wohnraum.
Julis: Das Ländle und damit auch der Landkreis benötigt dringend wieder Energie. Wir begegnen der Zukunft nicht mit Angst, sondern mit Optimismus. Für beste Bildung, Technologieoffenheit und individuelle Freiheit geben wir immer 110 Prozent. Wir sind getrieben von liberalen Lösungen für bezahlbaren Wohnraum für alle, einer Zukunftsmobilität ohne Verbote und von sinnvollen Maßnahmen für gelungene Integration. Unsere Schwerpunkte sehen wir insbesondere in folgenden Themen: Bildung und Chancengleichheit: Leider bestimmt das Elternhaus in Deutschland immer noch viel zu oft, wie gut oder schlecht die Perspektiven auf bestimmte Bildungs- und Berufsabschlüsse stehen. Als Junge Liberale wollen wir daran etwas ändern, der Bildung einen deutlich höheren Stellenwert zumessen und allen in unserem Land die bestmöglichen Rahmenbedingungen bieten, egal ob bei Kita, Schule, Uni oder Berufsschule; Fortschritt und Digitalisierung: Wir stehen Innovationen offen gegenüber und sehen in ihnen zuallererst die Chancen statt der Risiken. Fortschritt wird allerdings erst durch die Übernahme von Verantwortung, die Bereitschaft zu investieren und den unablässigen Erfindungsreichtum von Menschen geschaffen, die den Mut haben, bisheriges zu hinterfragen und etwas Neues zu wagen; Umwelt und Klima: Wir vertreten die Vision einer ökologischen Marktwirtschaft, die Anreize für einen schonenden Umgang mit natürlichen Ressourcen setzt. Pauschale Restriktionen und Verbote müssen dabei in den Hintergrund treten. Ökologie und Ökonomie dürfen im Sinne einer breiten gesellschaftlichen Akzeptanz keine Gegensätze sein, sondern müssen miteinander in Einklang gebracht werden. Umwelt- und Klimapolitik enden dabei nicht an nationalen Grenzen. Wir bekennen uns ausdrücklich zu einem nachhaltig lebenswerten Planeten und zu den Pariser Klimazielen; Gesellschaft: Wir sind davon überzeugt, dass jeder Mensch sein Leben so leben soll, wie er oder sie es möchte. Der Weg zu einer offenen Gesellschaft kann nur mit gegenseitiger Toleranz und Begegnungen auf Augenhöhe geschaffen werden.
Solid: Der Themenschwerpunkt der Linksjugend Solid bei der Landtagswahl ist auf jeden Fall, mehr junge Menschen in den Landtag zu bringen. Mit unseren Kandidaten Ellena Schumacher Koelsch und Simon Brecht sind wir gut aufgestellt. Unser Motto: Jugend in den Landtag! Das Warum ist klar – weil unsere Generation den Wandel bringt.

Jugendgemeinderat? Jugendforum? Oder doch eine andere Art der Mitbestimmung von Jugendlichen in der Politik?

Grüne Jugend: Das Jugendforum in Schwäbisch Hall hat bereits viel bewegt und angestoßen und bietet einem großen Querschnitt von jungen Menschen die Möglichkeit, sich politisch zu engagieren. Allerdings wird die Arbeit in den Gruppen des Jugendforums dadurch erschwert, dass die Jugendlichen mit der Zeit oft die Motivation verlieren und gute Ideen im Sand verlaufen. Der Jugendgemeinderat hat den Vorteil einer Zusammensetzung aus vielen politisch interessierten und auch motivierten Mitgliedern. Beide Konzepte haben ihre Vorteile, weshalb sie aus unserer Sicht zusammen Teil der Kommunalpolitik für Jugendliche sein sollten. Trotzdem finden wir, dass der Stadtrat und die Stadtverwaltung darüber hinaus verpflichtet sein sollten, Projekte des Jugendforums und des Jugendgemeinderates umzusetzen.
Junge Union: Beispielsweise ein Gremium wie der Jugendgemeinderat ist ein Erfolgsmodell und wir sprechen uns klar dafür aus. Für uns ist jede Art von Mitbestimmung von Jugendlichen in der Kommunalpolitik ein klarer Gewinn und wir setzen uns auch weiterhin im Allgemeinen dafür ein.
Junge Alternative: Jede Art der Mitbestimmung von Jugendlichen in der kommunalen Politik ist richtig und wichtig. Nur so können „die Großen“ in Erfahrung bringen, welche Themen den Jugendlichen wirklich wichtig sind. Wir konnten gute Erfahrungen im Bereich der Jugendgemeinderäte sammeln. Jugendgemeinderäte können sich direkt durch Teilnahmen in Gemeinderatssitzungen an der kommunalen Politik beteiligen und ihre Stadt mitgestalten.
Jusos: Die Jugendbeteiligung in Schwäbisch Hall ist mäßig. In Crailsheim gibt es den Jugendgemeinderat, in Schwäbisch Hall das Jugendforum. Durch Corona sind die Möglichkeiten weiter geschrumpft, so wurde das Jugendforum ausfallen gelassen. Man muss diesen Gremien und Formaten mehr Gewicht und mehr Möglichkeiten für die Umsetzungen, der hier entstandenen Ideen geben. Anders wird es keine großen Veränderungen geben.
Julis: Ich persönlich denke, dass das große Ziel sein sollte, so viele junge Menschen in die Politik zu bekommen wie es geht. Ob dies nun durch den Jugendgemeinderat oder durch Jugendparteien geschieht ist zweitrangig.
Solid: Aktuell sind wir im Stadtjugendring vertreten. Wir würden uns auf kommunaler Ebene aber mehr Möglichkeiten wünschen, als junge Menschen politisch aktiv zu werden. Ein Jugendgemeinderat wäre hier wichtig. Die Mitglieder kommen in direkten Kontakt mit den Stadträten und können sich so konkret für ihre Wünsche einsetzen.

Soll es ein Wahlrecht ab 16 Jahren bei der Landtagswahl geben?

Grüne Jugend: Auf jeden Fall! Es gibt so viele junge Menschen die sich politisch engagieren, egal ob über Fridays for Future oder in einem Jugendgemeinderat/Jugendforum. Auch die Jugendlichen unter 18 sollten sich politisch beteiligen dürfen, da auch sie direkt von den Entscheidungen der Politik betroffen sind.
Junge Union: Ein klares Nein, wir halten die Beteiligung von Jugendlichen auf kommunaler Ebene durch Jugendforen, Jugendgemeinderäte und andere mögliche Mitbestimmungs- oder Ideenforen für den richtigen Weg, finden aber, dass die Absenkung des Wahlalters mit mehr Gefahren, als Vorteilen verbunden wäre.
Junge Alternative: Wir lehnen das Wahlrecht ab 16 ab. Wir tun dies nicht, weil wir das Wahlrecht gering einschätzen, sondern weil wir es für sehr wichtig für unsere Gesellschaft ansehen. Es ist für uns keine banale Frage wer für die nächsten vier Jahre unser Land regiert. Deshalb möchten wir sicherstellen, dass dieses Recht nur von Bürgern ausgeübt wird, die über eine gewisse Reife verfügen. Gewiss gibt es einige 16-Jährige, die schon über diese Reife verfügen. Aber wir müssen leider bei dieser Betrachtung immer von denen ausgehen, die noch nicht über die entsprechende Erfahrung verfügen. Mit 16 Jahren darf man in Deutschland weder Auto fahren noch bis nach 0 Uhr ohne Begleitung unterwegs sein. Warum sollte dies beim Wahlrecht anders sein?
Jusos: Bei der Kommunalwahl, hat sich gezeigt, dass Sorgen unbegründet sind, wenn unter 18-Jährige wählen gehen. Um der Jugend mehr Stimmgewicht zu geben sind wir Jusos für ein Wahlrecht ab 16, auch bei der Landtagswahl. Eine wichtige Voraussetzung ist jedoch, dass dann auch möglichst alle der über 16-Jährigen wählen gehen. Jede nicht abgegebene Stimme ist eine verschenkte Stimme, die der AfD in die Hände spielt. Deshalb mein Appell: Geht wählen! Das Wahlrecht ist eines der wichtigsten Rechte die wir haben und sollte immer wahrgenommen werden. Bis zum 12. März um 18 Uhr kann auch Briefwahl beantragt werden, wenn ihr nicht ins Wahllokal gehen wollt.
Julis: Ja, zu 100 Prozent. Das Wahlrecht ab 18 Jahren ist überholt. Wir dürfen nicht verschlafen, der Jugend eine starke Stimme zu geben.
Solid: Wir wissen, wie selbstbewusst Jugendliche ihre politischen Ziele verfolgen. Immer wieder kommen Personen zu uns, die unter 18 Jahre alt sind aber trotzdem genau wissen, was sie wollen und wofür sie stehen. Aus diesem Grund sind wir für ein Wahlrecht ab 16 bei der Landtagswahl. Wir haben beispielsweise bei der Diskussion über einen Uploadfilter im Internet gesehen: die jungen Menschen gehen auf die Straße, ihnen sind ihre Themen nicht egal. Aber das wird von den alten Politikern ignoriert, der Uploadfilter kommt trotzdem. Es ist an der Zeit, dass die Jugend ihre Stimme einsetzen und für ihre Zukunft kämpfen kann.