Neubau Landratsamt: Verwaltung will Kosten für Neubau klären

Gutes Bauland? Wie der Untergrund des alten Haller Güterbahnhofs beschaffen ist, soll eine Studie klären.
Gutes Bauland? Wie der Untergrund des alten Haller Güterbahnhofs beschaffen ist, soll eine Studie klären. © Foto: Marc Weigert
Landkreis / KARSTEN DYBA 23.05.2013
Die Kreisverwaltung hält an ihrem Plan fest, mittels einer Machbarkeitsstudie den Bau eines neuen Landratsamtes zu untersuchen. Sie soll aufzeigen, wieviel Platz benötigt und wie teuer das Projekt wird.

51 Millionen, so erste Schätzungen, könnte ein neues Behördengebäude auf dem Gelände des ehemaligen Haller Güterbahnhofs kosten. "Wir sind noch ganz am Anfang des Prozesses", erklärt der Stabstellenleiter Steffen Baumgartner. Ob das Projekt für den Kreis finanzierbar ist, ließe sich erst dann sagen, "wenn eine Machbarkeitsstudie vorliegt und die Kostenstrukturen klarer sind".

Die Machbarkeitsstudie, die sich die Verwaltung wünscht, diene auch dazu, dem "berechtigten Wunsch" der Kreisräte nach umfassenden und detaillierten Projektinformationen mit den zugehörigen Berechnungen nachzukommen. "Hierzu hätte es keines Beschlusses bedurft. Vielmehr ist die Machbarkeitsstudie eine Angelegenheit der Verwaltung", so Baumgartner. Die Studie solle hauptsächlich durch eigene Mitarbeiter erstellt werden.

Stadtwerke wollten nur 8,77 Millionen Euro bieten

In einer nichtöffentlichen Sitzung des Verwaltungs- und Finanzausschusses hatten die Kreisräte das grüne Licht für eine solche Studie verweigert. Erst solle das Thema in den Fraktionen beraten werden, erklärte der Freien-Kreisrat Klemens Izsak.

Mehr als 15 Millionen sei von der Stadt für das alte Landratsamt nicht zu bekommen, bewertet Landrat Gerhard Bauer das Angebot der Stadt. Ein Gutachten rechne dem Grundstück einen Wert in Höhe von 11,54 Millionen Euro zu. Die Stadtwerke hätten ursprünglich die Kosten für die Tiefgaragensanierung abziehen und für das Gebäude nur 8,77 Millionen Euro bieten wollen. Die Kreisverwaltung rechnete jedoch den Wert der 150 Stellplätze (derzeit etwa 3,56 Millionen Euro), die dem Kreis gehören, gegen.

"Ich denke, dass damit die Karten ausgereizt sind", heißt es in einem Rundschreiben Bauers an die Kreisräte, das unserer Zeitung vorliegt. "Der Landkreis kann mit diesem Angebot zufrieden sein." Er müsse sich im Gegenzug verpflichten, das Landratsamt in Schwäbisch Hall zu bauen.

Finanzierung über 30 Jahre

Bei pessimitischer Betrachtung, so die beigelegte Berechnung des Kämmerers Werner Schmidt, müsse sogar mit Baukosten in Höhe von 52 Millionen Euro gerechnet werden. Die Verwaltung rechnet mit einem Finanzierungszeitraum von 30 Jahren und einer jährlichen Abzahlung von 1,649 Millionen bei pessimistischer Betrachtung, oder 1,863 Millionen Euro bei optimistischer Rechnung.

Der Kämmerer hat jährliche Einsparungen gegengerechnet. Ein großer Vortreil ergibt sich durch ein neues Behördengebäude: 412.750 Euro würden jährlich an Mieten eingespart für Ämter, die derzeit noch in fremden Gebäuden untergebracht sind. 400.000 Euro für Energie und den Tiefgaragenbetrieb lassen sich einsparen. Zudem könne der Kreis sich die Finanzierungskosten für die Sanierung der Tiefgarage sparen - etwa 406.000 Euro bis 433.000 Euro. Folglich müsste der Kreis für den Neubau jedes Jahr mindestens 948.000 Euro stemmen, im schlechtesten Fall 976.000 Euro.

Handelseinig mit der Stadt