Wenn die ENBW ODR in Kreßberg vorbeischaut, dann soll es sich auch lohnen: Gleich zu drei aufeinanderfolgenden Terminen kamen Vertreter des Energieversorgers in die Gemeinde. Vor dem Rathaus in Waldtann wurde eine neue E-Ladesäule eingeweiht, nahe Asbach gab es einen symbolischen Spatenstich für die Erdgaserschließung und den Breitbandausbau, und bei Mariäkappel pflanzten Mitarbeiter der ENBW ODR rund 120 Obstbäume.

Welche Kriterien es für den Aufbau einer E-Ladesäule an einem bestimmten Ort gibt, erklärt Heidrun Benedikter, Referentin für kommunales Management bei der ODR: Es müssen genug Autos an der Säule vorbeifahren, ein Netzanschluss muss vorhanden und die Kommune damit einverstanden sein – alle drei Punkte waren in Kreßberg erfüllt.

Carsharing in Kreßberg

Ab sofort steht die Ladesäule vom Typ ABL Kunden zur Verfügung, sie könne grundsätzlich von jedem genutzt werden, so die ODR. Bezahlt werden kann mit allen gängigen Ladekarten, es können zwei Fahrzeuge gleichzeitig bei einer Ladeleistung von maximal 22 Kilowatt geladen werden.

Aber nicht nur die Ladesäule ist neu: Den Kreßberger Bürgern steht künftig auch ein Elektroauto zur Verfügung, ein Nissan E-NV 200 Evalia. Wer im Rathaus neben seinem Personalausweis auch einen Führerschein vorweist, kann sich für das Carsharing anmelden und per Internet oder Telefon das Auto mieten.

Bei der Gemeinde ist Naemi Kruthof für das Carsharing zuständig. Zuerst müsse man sich online registrieren, so Kruthof, eine genaue Anleitung folge im Mitteilungsblatt. Das Auto koste sechs Euro pro Stunde, ab 22 Uhr nur 1,90 Euro. Sollte das E-Auto eine Auslastung von 25 Prozent erreichen, will das Autohaus Baur aus Mutlangen noch einen zweiten Nissan in die Neubausiedlung in Mariäkappel stellen, heißt es in einer Pressemitteilung.

Im Anschluss an die Einweihung der Ladesäule gab es einen symbolischen Spatenstich für die Erdgaserschließung der Gemeinde. Hier werden gleichzeitig Leerrohre für Glasfaserkabel verlegt. Für Bürgermeister Robert Fischer ist „mit der Kombination aus Erdgas- und Glasfaserversorgung ein weiterer Baustein für die Zukunft von Kreßberg und die Lebensqualität der Bürger gelegt“.

Erdgasprojekt ab kommendem Jahr

Den Auftrag für den Bau der überörtlichen Gasleitungen hat die ODR der Firma Hans Fuchs aus Ellwangen erteilt. Von Rötlein über Neustädtlein wird die Leitung über die Teilorte Gaisbühl, Schönbronn, Bergbronn, Waldtann, Asbach und Wüstenau nach Mariäkappel gebaut, so die ENBW ODR. Das Neubaugebiet „Obere Schanze“ sei bereits erschlossen und werde derzeit mit Flüssiggas aus einem Tank versorgt. Zur Heizsaison 2020 soll das Erdgas zur Verfügung stehen.

Laut Energieversorger sollen etwa 800 Häuser ans Erdgasnetz angeschlossen werden. Hierfür investiert die ODR rund 4,5 Millionen Euro in 26 Kilometer Leitungen. Die Gemeinde beteiligt sich mit einem Baukostenzuschuss von 600.000 Euro.

Und dann gab es am Donnerstag noch einen dritten Termin in Kreßberg: 20 Mitarbeiter der Abteilung Netzservice der ENBW ODR haben bei Mariäkappel gemeinsam mit dem Bauhof der Gemeinde etwa 120 junge Obstbäume eingepflanzt.

Die Aktion ist Teil eines Klimaschutzprojekts des Energieversorgers. Jeder Mitarbeiter bekommt hierfür einmalig vier Stunden zur Verfügung gestellt, in der er sich für den Klimaschutz einsetzen kann und die von der ENBW ODR bezahlt werden.