Die Biotonne ist nicht geleert worden. Ein Zettel vom Abfallwirtschaftsamt klebt an der Tonne. Offenbar ist etwas Falsches eingeworfen worden. Auf was sollten Bürger beim Befüllen achten, welche Optionen gibt es, wenn die Tonne nicht geleert wurde? Gabi Hornung (45), Leiterin des Abfallwirtschaftsamtes, gibt Tipps.

Wie häufig kommt es vor, dass Biotonnen falsch befüllt werden?

Grundsätzlich ist das Trennverhalten der Bürger im Landkreis sehr, sehr gut. Wir haben diese Vorfälle, aber nicht gehäuft. Die Müllwerker der Abfuhrfirmen kleben Zettel bei Fehlbefüllungen auf die Tonnen, die nicht geleert werden. Aufgrund dessen melden sich die Bürger und fragen nach.

Was für Sachen werden fälschlicherweise in die Biotonne geworfen?

Wir haben vermehrt Plastikartikel, die eigentlich in den Gelben Sack gehören, im Biomüll. In die Biotonne gehören nur Küchen- und Gartenabfälle. Es finden sich auch Konserven im Glas oder in der Blechdose in der Biotonne. Die werden nicht entleert, sondern mit der Verpackung in die Tonne geworfen. Teilweise haben wir ganze Tüten an Restmüll.
Ehrenamtlicher Müllsammler Crailsheim Wo Karl Langohr ist, ist es sauber

Crailsheim

Melden die Müllarbeiter die Fehlbefüllungen ans Landratsamt?

Ja. Wir erhalten von den Firmen einen Tourenmängelbericht. Aufgrund der Chipnummer können wir auf die Bürger oder Wohnungsverwaltungsgesellschaften sowie die Mieter zugehen. Wir informieren, dass nicht geleert wurde und wir zeigen den Grund auf. Wir beraten über die Entsorgungswege und teilen mit, wie der Müll in der falsch befüllten Tonne entsorgt werden kann.

Das geht wie?

Er muss nachsortiert werden. Oder die Entsorgung geht über die Restmülltonne oder den gebührenpflichtigen Restmüllsack. Diese kann jeder auf den Wertstoffhöfen im Landkreis erwerben.

Die Restmüllentsorgung ist teurer als der Biomüll.

Genau. Die Leerung einer 60-Liter-Restmülltonne kostet 1,76 Euro, die einer gleich großen Bio­tonne kostet 1,17 Euro. Der Restmüllsack kostet 3 Euro.

Rufen Sie bei Fehlbefüllungen jedes Mal an? Das ist doch ein großer Aufwand.

Wir rufen nicht an. Wenn sich der Bürger nicht von sich aus meldet, suchen wir den Kontakt auf schriftlichem Weg. Es ist ein gewisser Aufwand, das ist richtig, doch er lohnt sich. Die Beratung am Telefon – egal, um welche Entsorgungssparte es sich handelt – ist gut investiert. Bei Gewerbebetrieben sind wir bei Bedarf auch vor Ort und erklären, wie der anfallende Müll entsorgt werden kann. Wohnungsgesellschaften können die Infoplakate bei uns herunterladen, ausdrucken und als Tafeln an den Entsorgungsstellen anbringen. Die Informationsblätter sind visuell mit Grafiken und Bildsymbolen versehen. Das ist eine gute Maßnahme, die Bürger mitzunehmen.

Die Mülltonnen werden immer oder stichprobenartig von den Müllwerkern gesichtet?

Stichprobenartig. Und wenn es Fehlwürfe gab, wird bei Folgeleerungen nachgeschaut, ob die Beratung gefruchtet hat.

Was macht den Bürgern bei der Sortierung am meisten Probleme?

Bei der Beratung oder am Telefon ist oft die Sortierung des Gelben Sackes ein Thema. Da besteht sehr viel Unsicherheit. So dürfen beispielsweise die Plastik-Pflanzgefäße in den Gelben Sack geworfen werden, weil das Verkaufsverpackungen sind. Das wird über das Duale System bezahlt und abgerechnet. Anders ist es bei einer Babybadewanne aus Plastik. Bei so etwas handelt es sich um eine Kunststoffraktion. Die kann auf den Entsorgungszentren kostenlos abgegeben werden. Dort nehmen wir sehr viel des Mülls auch kostenlos an. Auch bei den wilden Müllablagerungen handelt es sich oft nicht um gebührenpflichtigen Müll. Das meiste kann auf unseren Anlagen kostenlos entsorgt werden.

Also wenn ich Plastikmüll zu Hause habe, kann ich diesen kostenfrei abgeben?

Ein Nudelsieb, ein ausrangierter Wäschekorb oder Folien können kostenfrei abgegeben werden. Darüber informieren wir auf unserer Seite www.abfall-sha.de.

Im Frühjahr gab es viele wilde Müllablagerungen. Wie wird das geahndet?

Lässt sich der Verursacher ermitteln, dokumentieren wir das und erstellen eine Anzeige. Diese geht an die Bußgeldstelle der Städte oder des Landkreises. Je nach Delikt,  Entsorgungsgegenstand und der Gefahr, die von dem Gegenstand ausgeht, können bis zu 5000 Euro verhängt werden.

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