Im Jahr 2018 lag der Krankenstand der Arbeitnehmer in Deutschland laut einer vom Bundesministerium für Gesundheit beim Institut Arbeit und Qualifikation der Universität Duisburg-Essen in Auftrag gegebenen Studie bei 4,25 Prozent. Dieser Wert hat sich im langfristigen Verlauf deutlich reduziert. Während in den 70er- und 80er-Jahren noch Quoten um 5,5 Prozent registriert wurden, lag der (bisherige) Tiefstand bei 3,22 Prozent im Jahr 2007.

Kurzfristige Erholung

Die AOK Heilbronn-Franken legte jetzt regionale Zahlen zur Arbeitsunfähigkeit für das erste Halbjahr 2019 vor. Daraus geht hervor, dass der Krankenstand in den ersten sechs Monaten leicht gesunken ist. Im Vergleich zum ersten Halbjahr 2018 ging er von 5,7 auf 5,5 Prozent zurück. Im Landkreis Schwäbisch Hall verringerten sich die Fehlzeiten im gleichen Umfang von 5,5 Prozent auf 5,3 Prozent. Ursächlich für die Entwicklung war, dass die Grippewelle Anfang des Jahres weniger heftig ausgefallen ist als im Vorjahr. Der Anteil der AOK-versicherten Beschäftigten, die sich einmal oder mehrfach krank meldeten, betrug 49,8 Prozent. Im Jahr 2018 lag dieser Wert noch bei 51,1 Prozent. Die durchschnittliche Krankheitsdauer pro Fall lag im Landkreis Hall bei 9,8 Kalendertagen und war damit um ein Prozent geringer als im Vorjahr. Die Zahl der Krankschreibungen unterschritt den Vorjahreswert im Landkreis Schwäbisch Hall um 2,8 Prozent.

Berlin

Ursachen für die Fehltage waren in 22,4 Prozent der Fälle orthopädische Beschwerden, gefolgt von Atemwegserkrankungen mit 14,5 Prozent. Auf Rang drei lag der Diagnosebereich Psyche mit 10,5 Prozent, gefolgt von Verletzungen mit 9,9 Prozent.

Auch interessant: Nach Berufsgruppen untergliedert lagen die Angestellten in industriellen Gießereien mit 19,3 Fehltagen im ersten Halbjahr 2019 vor der „Papier- und Verpackungstechnik“ mit 15,7 Tagen und „Asphalt- und Straßenbau“ mit 15,3 Tagen. Die wenigsten Arbeitsunfähigkeitstage wurden mit jeweils 3,7 Tagen in der Softwareentwicklung ermittelt. Von der Techniker Krankenkasse liegen Daten im Jahresvergleich vor: Demnach lag der Krankenstand 2018 bei 3,57 Prozent. Jeder TK-Versicherte im Landkreis war rechnerisch 1,16 Mal krankgeschrieben und fehlte an rund 13 Tagen.

Der Barmer-Gesundheitsreport weist einen Anstieg der krankheitsbedingten Fehlzeiten im Vergleich zum Vorjahr auf: 2018 seien Beschäftigte aus dem Landkreis im Schnitt 15,7 Tage krankgeschrieben gewesen, im Jahr 2017 dagegen nur 15,1 Tage. „Wir haben vor allem mehr Krankheitstage aufgrund von psychischen Störungen, Verletzungen und Vergiftungen erfasst“, sagt Andreas Morlock, Regionalgeschäftsführer der Barmer in Schwäbisch Hall. Der Krankenstand lag letztes Jahr bei 4,3 Prozent „Dennoch ist der Landkreis vergleichsweise gesund, denn bei uns liegt die Zahl der Krankheitstage mehr als 13 Prozent unter dem Bundesdurchschnitt“, so Morlock weiter.

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Tage war jeder AOK-Versicherte im Landkreis Schwäbisch Hall durchschnittlich im ersten Halbjahr 2019 krankgeschrieben. Die AOK vereint rund 45 Prozent aller Versicherten auf sich.