Fasching Kostenlos tanken in Matzenbach

Matzenbach / Luca Schmidt 13.02.2018

Eigentlich gibt es in Matzenbach bereits seit Jahren keine Tankstelle mehr – wie gesagt, eigentlich. Denn am Rosenmontag haben immer gleich mehrere von ihnen geöffnet. Sie versorgen die Umzugsteilnehmer mit Essen und Trinken.

Hinter den „Tankstellen“ stecken Anwohner aus Matzenbach, die in Eigeninitiative Kuchen, Belegte, Brezeln, Süßigkeiten und Getränke vor ihren Häusern bereitstellen. „Das hat begonnen als Initiative in der Nachbarschaft“, erklärt Werner Schmidt, der hinter einer der provisorischen Theken steht. „Die ,Tankstellen’ haben hier schon Tradition“, sagt Sieglinde Rein, die ebenfalls Getränke und Essen ausgibt. Aber nicht nur das macht den 24. Matzenbacher Rosenmontagsumzug zu etwas Besonderem.

Los geht’s um 13 Uhr am Läuteturm im Ortskern – und selbst das Wetter ist mit den Jecken und Narren. Denn just als der Zug sich in Bewegung setzt, hören die Schneeschauer auf und die Sonne bricht durch die Wolken. Rund eineinhalb Stunden später wird sie von Graupel abgelöst – da ist der Umzug aber schon zu Ende.

„Neun Wagen nehmen am Umzug teil“, sagt Ronny Pfisterer, der als Barkeeper dabei ist. Für ihn ist der Matzenbacher Fasching etwas Besonderes, weil „alle miteinander lustig und fröhlich“ sind. „Das ist hier die sprichwörtliche fünfte Jahreszeit.“ Organisiert wird der Umzug von den Wanderfreunden Fichtenau und dem FC Matzenbach.

Martina Küstner erinnert sich noch genau an die Anfänge. Gemeinsam mit Lore Scherrle und Heidi Schultes habe man von den Wanderfreunden aus die ersten Umzüge veranstaltet. „Wir haben damit angefangen, damit unsere Kinder wissen, was ein Rosenmontagsumzug ist“, erklärt Küstner, die immer noch mithilft. Bis zum ersten Umzug habe es nur den Faschingsball gegeben. „Wir sind einfach durch den Ort gelaufen, es waren nicht viele Teilnehmer“, erinnert sie sich. Es gab kleine Leiterwagen und ein paar Instrumente, mehr nicht. „Wer mitlaufen wollte, hat sich einfach verkleidet und ist mitgekommen“, sagt Küstner.

Urwald auf dem Laster

Aus den Leiterwagen sind heute Lkw und Traktoren geworden, aus den kleinen Instrumenten mehrere Tausend Watt aus riesigen Boxen. So fahren auf dem Wagen „Viva Mexiko“ der Familie Knodel beispielsweise jede Menge Menschen mit Sombreros und Tequila. Der „Konzenbuck“ aus Unterdeufstetten ist mit einem als Urwald verkleideten Lkw vor Ort, auf dem Waldmenschen hausen. An der Spitze des Zuges fährt der Wagen der Louisiana Ladies – der besteht fast ausschließlich aus Musikboxen.

Nach dem Umzug geht es für rund 100 Teilnehmer, die noch nicht genug haben, zum Feiern in das Vereinsheim im Ort. „Das geht dann bis Mitternacht“, sagt Ronny Pfisterer.