Kommune Kostenexplosion macht kreativ

Nicht sehr einladend ist der Stimpfacher Spielplatz. Die wenigen Spielgeräte sind in die Jahre gekommen. Wegen einer Kostenexplosion ist nun deutlich mehr Eigenarbeit angesagt.
Nicht sehr einladend ist der Stimpfacher Spielplatz. Die wenigen Spielgeräte sind in die Jahre gekommen. Wegen einer Kostenexplosion ist nun deutlich mehr Eigenarbeit angesagt. © Foto: sd
Stimpfach / Birgit Trinkle 29.06.2018
Stimpfach hebt die Ausschreibung für den Spielplatzauf: Durch direkte Vergaben und Eigenarbeiten soll das Projekt doch noch umsetzt werden.

Die Planung hat auf der ganzen Linie überzeugt, und notwendig war es ja auch, den längst nicht mehr einladenden Stimpfacher Spielplatz zwischen Altenheim und Sportplatz anzugehen und die Arbeiten endlich auszuschreiben. „Ernüchternd und enttäuschend“ sei das Ergebnis  dann aber gewesen, teilte Kämmerer Wilhelm Hanselmann dem Gemeinderat mit.

Obwohl Landschaftsarchitekt Andreas Walter aus Westhausen über die Ausschreibung hinaus bei verschiedenen Firmen nachgefasst hat, gab und gibt es nur ein Angebot. Und das liegt mit 295 000 Euro so weit über den veranschlagten 205 000 Euro, dass das ganze Vorhaben jetzt neu gedacht werden muss. Bereits die 205 000 Euro lagen um mehr als 70 000 Euro über dem im Haushalt bereitgestellten Budget der Gemeinde. Die Mehrkosten sollten von Anfang an durch Eigenleistung und Spendengelder finanziert werden. Der Gemeinderat hatte Walters Planung im zu Ende gehenden Jahr 2017 so überzeugend gefunden, dass beschlossen wurde, auf einige Spielgeräte zu verzichten und einiges an Eigenleistung zu erbringen.

Kraftakt statt Verzicht

Nachdem nun in der jüngsten Sitzung die schlechte Nachricht von der Kostenexplosion überbracht wurde, reagierte der Gemeinderat nicht mit einem Verzicht aufs Projekt, sondern mit der Bereitschaft zu einem Kraftakt: Die zunächst als Ergänzung gedachten Eigenarbeiten sind nunmehr die tragende Säule des Projekts. 132 000 Euro sind im Haushalt eingestellt – bislang kann über rund 20 000 Euro an Spendengeldern verfügt werden. Mit diesem Geld und mit der Bereitschaft der Stimpfacher, für ihren Spielplatz etwas zu tun, kann ein Großteil der Planung umgesetzt werden, gibt sich Bürgermeister Matthias Strobel zuversichtlich.

Geplant sind eine Sandfläche mit Matschecke für Kleinkinder im Zentrum sowie verschiedene Spielstationen und Freiflächen, auf denen sich große und kleine Kinder mit unterschiedlichsten Interessen wohlfühlen.

Durch die einstimmig aufgehobene Ausschreibung werden nun die Arbeiten, die nicht in Eigenleistung und nicht vom Bauhof erledigt werden können, in Zusammenarbeit mit Andreas Walter direkt vergeben: Die größten Posten dürften der Tiefbau und die Ausgaben für den Landschaftsgärtner sein. Entwässerung, generell die Erdarbeiten, die Natursteinmauer, die eigenständig bestellten Spielgeräte sowie Material wie Pflastersteine und Schotter sollen dem Bürgermeister zufolge nicht mehr als 145 000 Euro kosten. „Wie wir’s schultern, wissen wir nicht, aber wir gehen’s an“, war Tenor im Gemeinderat. Gemeinderätin Silvia Abendschein erinnerte daran, „dass es einen ganz anderen Bezug zu Projekten gibt, an denen selbst mitgearbeitet wurde“. Mit dem Ende der Sommerferien soll der Spielplatzumbau begonnen werden. „Wir wollen das im Herbst durchziehen“, sagt der Bürgermeister.

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