Ich habe am Sonntagabend zum ersten Mal die Toten Hosen gesehen. Und zum zweiten und dritten, manchmal auch zum vierten Mal. Denn vor mir waren einige fleißig dabei, das Konzert mit ihrem Handy zu filmen. Ich gebe zu: So etwas habe ich auch schon gemacht. Aber ich habe es bald auch wieder gelassen (zumindest bei den Konzerten, auf denen ich nicht beruflich bin – dann muss ich das).

Der Trug mit der Erinnerung

Denn ich gehe auf ein Konzert, um es live zu erleben und eben nicht auf einem Handydisplay zu betrachten. Das Video als Erinnerung ist trügerisch! Was ich bei einem Auftritt empfinde, kann kein Kamerasensor aufnehmen und kein Speicher speichern. Als am Sonntag bei den Toten Hosen Bengalos im Publikum gezündet wurden, war das ein Gänsehautmoment. Diese Feuer haben sich in meine Erinnerung gebrannt. Ein Video kann das nicht wiedergeben.

Stimmungskiller Smartphone

Aber nicht nur das. Handyvideos vermiesen die Stimmung. Wenn nur wenige Menschen direkt vor der Bühne eine Kamera hoch halten, wird weniger getanzt. Sie konzentrieren sich darauf, ihre Gerät hochzuhalten, statt den Moment zu genießen. Menschen, die zur Musik tanzen wollen, sind plötzlich Störer.

Leute! Die Band spielt hier und jetzt, ein paar Meter von euch entfernt! Schaut sie dort an, genießt das Konzert. Schmälert das Erlebnis nicht für euch und andere auf einen fünf Zoll kleinen Bildschirm!

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