Landkreis Kommunalwahl: Jugend an die Urne

KARSTEN DYBA 08.03.2014
Die Wahlrechtsreform machts möglich: Bei der Kommunalwahl dürfen auch Jugendliche ab 16 Jahren ihre Stimme abgeben. Für die Wahl des Kreistags wird der Kreis in sieben gleich große Wahlkreise aufgeteilt.

Rund 200.000 Jugendliche zwischen 16 und 18 Jahren, dürfen am 25. Mai erstmals wählen. Der baden-württembergische Landtag hat diese Wahlrechtsänderung vor einem Jahr beschlossen. Wieviele Jugendliche im Kreis dies betrifft, vermag Erich Scholz von der Geschäftsstelle des Kreiswahlleiters im Landratsamt nicht zu sagen. Denn wer wahlberechtigt ist, das prüfen die Gemeindeverwaltungen.

Am 25. Mai werden im ganzen Land Ortschaftsräte, Gemeinderäte, Kreistage und Europa-Abgeordnete gewählt. Für die Wahl des Kreistags ist der Landkreis in sieben Wahlkreise eingeteilt worden, die alle in etwa die gleiche Einwohnerzahl haben sollen. So kommt es, dass die großen Städte im Kreis, Schwäbisch Hall und Crailsheim, jeweils einen Wahlkreis bilden. Kleinere Gemeinden erscheinen nur auf den ersten Blick willkürlich zusammengewürfelt. So bilden beispielsweise die Gemeinden Mainhardt, Rosengarten, Michelbach, Obersontheim, Bühlertann und Bühlerzell den Wahlkreis 2 mit dem Namen "Rosengarten".

50 Kreisräte sind zu wählen. Gibt es Überhangmandate - bei der letzten Wahl waren es acht, wird der Kreistag entsprechend vergrößert. Entsprechend ihrer Einwohnerzahlen erhalten die Wahlkreise zwischen sechs und sieben Sitzen, die Stadt Schwäbisch Hall als einzige zehn. Weil sich die Zahl der Einwohner verändert, würden die Wahlkreise bei jeder Wahl neu eingeteilt. Für die kommende Wahl hat sich der Kreistag entschlossen, die Wahlkreise der letzten Wahl von 2009 beizubehalten.

Im Hintergrund ist Scholz schon mit der Organisation der Kreistags- und der Europa-Wahl beschäftigt. "Die Kommunalwahl ist von der Vorbereitung her natürlich viel aufwendiger als Bundes- oder Landtagswahlen", sagt Scholz. Für jeden der sieben Wahlkreise müsse er einen eigenen Wahlschein drucken lassen, auf dem die Wähler dann ihr Kreuzchen machen können. Die Vorbereitung sei für ihn eine "Einzelkampfangelegenheit" - zumindest bis zum Wahlabend. Am 25. Mai unterstützen ihn "eine gute handvoll" EDV-Fachleute aus dem Haller Landratsamt. Dazu kommt noch der Aufwand, den die Gemeinden mit der Wahl der Ortschafts- und Gemeinderäte haben. Denn die Kommunen organisieren ihre Wahl selbst - Scholz steht ihnen allenfalls beratend zur Seite.

145425 Wahlberechtigte im Kreis waren 2009 aufgerufen, ihr Kreuz zu machen. Wieviele es diesmal sein werden, steht noch nicht fest. Die Kommunen stecken noch mitten in den Vorbereitungen. Auch die Kandidatenlisten sind noch nicht aufgestellt. Die Parteien und Gemeinderatslisten nominieren derzeit in eigens dazu einberufenen Versammlungen in den Wahlkreisen ihre Kandidaten für die Kreistags- und Gemeinderatwahlen. "Mir liegt im Moment noch kein Wahlvorschlag vor", erklärt Scholz.

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