Wegekonzept Kommt die Flurneuordnung?

Um das Gebiet zwischen Schleehardshof (Bild) auf Satteldorfer Gemarkung und Wallhausen-Hengstfeld geht es bei dem Flurneuordnungsverfahren, das jetzt in Gang gebracht werden und vorrangig dem Wegeausbau dienen soll.
Um das Gebiet zwischen Schleehardshof (Bild) auf Satteldorfer Gemarkung und Wallhausen-Hengstfeld geht es bei dem Flurneuordnungsverfahren, das jetzt in Gang gebracht werden und vorrangig dem Wegeausbau dienen soll. © Foto: Mathias Bartels
MATHIAS BARTELS 12.06.2013
Dem Flurneuordnungsverfahren Hengstfeld-Schleehardshof steht die Gemeinde Satteldorf im Grundsatz positiv gegenüber. Der Gemeinderat hat am Montag dem vorläufigen Wegekonzept zugestimmt.

Noch ist nichts entschieden: Kommt das Verfahren, kommt es nicht? Wer zahlt und wie viel? Und welche Bedeutung wird dem Vogelschutz beigemessen? Fragen über Fragen, die am Montagabend während der jüngsten Satteldorfer Ratssitzung auch nicht endgültig beantwortet werden konnten. Klar ist nur das: Sollte das Verfahren nicht zum Laufen gebracht werden, müssen die beteiligten Kommunen Satteldorf und Wallhausen in Sachen Feldwegenetz eigene Finanzmittel bewegen, denn die landwirtschaftlichen Wege sind in einem schlechten Zustand. Und das wird teuer, denn sie müssen grundsätzlich breiter ausgebaut werden, weil auch die Maschinen größer geworden sind.

Die Überlegung, das rund 330 Hektar große Gebiet von den Experten im Landratsamt komplett überplanen zu lassen, ist also nicht von der Hand zu weisen. Im Herbst sollen bei einer Versammlung der betroffenen Landwirte als Grundeigentümer Unklarheiten ausgeräumt werden, so die erklärte Absicht von Bürgermeister Kurt Wackler. Die Kosten der Gesamtmaßnahme allerdings schwanken je nach Ausbaugrad und nach gewährten Zuschüssen (bis 68 Prozent) zwischen gut einer und 1,42 Millionen Euro.

Nicht gerade ein Pappenstiel, der vor allem die arg klamme Gemeinde Wallhausen ins Mark treffen könnte. Schließlich hat sie den größeren Kostenanteil - bis zu 900.000 Euro - zu tragen, was die Akzeptanz des Verfahrens nicht gerade in begeisternde Höhen katapultiert. Die Kommunen hätten den größten Brocken zu stemmen, auf die Eigentümer kämen allerdings auch - vergleichsweise geringe - Kosten zu. Auf 102.000 bis 167.000 Euro schätzt sie der Bürgermeister.

Das Bauprogramm dagegen, so Kurt Wackler im Rat, sei überschaubar. Nachdem erste Förderanträge für einen kommunalen Ausbau des Wegenetzes 2010 abschlägig beschieden wurden, seien jetzt die "Flurbereiniger" gefragt. Ein heißes Eisen im Plangebiet ist der Vogelschutz, denn Kiebitz und Wachtelkönig stehen auf der Liste der bedrohten Arten weit oben. Beide Arten leben im zuletzt zu Beginn der 50-er Jahre neu geordneten Gebiet.

"Zu den jetzt vorliegenden Plänen", so Wackler, "hat der Naturschutz seine Zustimmung signalisiert." Alles im grünen Bereich also? Nicht ganz, denn viele Fragen sind noch nicht endgültig beantwortet. Vor allem, wenn es um den Freizeitwert der Maßnahme geht, hegen manche Experten Zweifel. Soll das Gebiet für Radfahrer und Spaziergänger gesperrt werden? "Das lässt sich wohl nicht machen", sagte Kurt Wackler am Montag. Indes soll Radlern und Inlinern der Zugang erschwert werden, indem an den Zufahrten die Wege ein Stück weit im Rasengittersystem angelegt werden. Auch Hundehalter sind Naturschützern ein Dorn im Auge.

Was wiederum Wilhelm Wackler auf den Plan rief. Das Ratsmitglied stimmte der Maßnahme grundsätzlich zu, tut sich aber schwer mit den Erwartungen des Naturschutzes, die immer noch ein Stück höher geschraubt würden. "Warum sollen die Kiebitze zwei bis drei Hektar bekommen", zweifelte er. "Die waren doch bisher auch schon immer da, trotz Bewirtschaftung."