KOMMENTAR: Unsensibel

KARSTEN DYBA 15.02.2014

Ja, sicher, ein Abgeordneter hat selten Feierabend, arbeitet manchmal bis in die Nacht, steht permanent im Licht der Öffentlichkeit und muss sich stets für sein Tun rechtfertigen. Leicht ist der Job wahrlich nicht, und die Verantwortung groß.

Es mag gerechtfertigt sein, dass der Bundestagsabgeordnete so viel verdient wie ein Bundesrichter, der die Gesetze anwendet. Aber bringen Abgeordnete auch die gleiche Qualifikation mit? Ein Abgeordneter muss aber auch unabhängig bleiben, unbestechlich gar. Da ist eine gute Besoldung gerechtfertigt. Andernfalls wäre das Übernehmen eines Mandats kaum attraktiv. Dass sich Abgeordnete künftig nicht mehr selbst bedienen sollen, dürfte dem Steuerzahler gefallen. Zuvor aber wird noch kräftig zugelangt. Da hat Harald Ebner recht: Das ist unsensibel. Da wären eine zeitliche Streckung und ein wenig Zurückhaltung wünschenswert. Eine Neiddebatte ist fehl am Platze. Wie wäre es mit dieser Antwort: "Ja, es ist viel Geld, aber wir bemühen uns, dem Anspruch des Wählers gerecht zu werden"?