Null Grad, eisiger Wind, nicht gerade ideales Marktwetter. Es gibt auch angenehm temperierte Supermärkte in Ilshofen. Doch wenn die Händler am Freitagmittag ihre Stände vor dem Rathaus aufbauen, bleiben auch die Kunden nicht lange aus. Beide sind sich treu - und das schon seit über 20 Jahren.

Helene Dunz aus Ilshofen ist so eine Unentwegte. "Frisches Obst, Eier und Kartoffeln sind hier besser als im Supermarkt", findet sie. Sabine Beck pflichtet ihr bei: "Regionale und saisonale Produkte in großer Auswahl, das findet man nur auf dem Wochenmarkt - dazu noch in angenehmer Atmosphäre." Die beiden Frauen treffen sich am Stand von Karlheinz Pfizenmaier, unterhalten sich noch eine Weile und gehen dann weiter, mit einem Sack Kartoffeln die eine, knackige Äpfel hat die andere in der Tüte.

Das ganze Jahr über Äpfel und Birnen ist die Spezialität der Familie Pfizenmaier, die in Pfedelbach-Untersteinbach einen Obst- und Beerenhof betreibt. Das selbst angebaute Kernobst wird bei 1,5 bis zwei Grad in Kühlkammern gelagert. Fünf Birnen- und 13 Apfelsorten kann Karlheinz Pfizenmaier auf dem Markt anbieten. Im Spätsommer hat er sogar fast 30 Apfelsorten zur Auswahl. Beeren gibt es in der warmen Jahreszeit frisch und im Moment als Marmelade, die Ehefrau Silvia Pfizenmaier für die Marktkunden kocht.

Eine Stunde brauchen Sabine und Bernd Rothenbücher, bis sie den Marktstand mit Tischen, Zelt und Schutzvorhängen aufgebaut haben. An die 30 Gemüsesorten sind appetitlich ausgebreitet, dazu etwa zehn Salatsorten, frische Kräuter, Südfrüchte und exotisches Obst. Die Familie Rothenbücher betreibt in Neuenstein eine große Gärtnerei. Die Auswahl an Kohlsorten, Wurzelgemüse und Wintersalaten ist größer als im Supermarkt.

Lohnt sich der ganze Aufwand für zweieinhalb Stunden Verkaufszeit? "Doch, durchaus", sagen Rothenbüchers, "sonst würden wir es nicht machen." Der Gemüsehändler gibt aber zu, dass es vor eineinhalb Jahren auf der Kippe stand. Damals hatte das Interesse der Stammkunden vorübergehend nachgelassen, und bei ihm kamen noch massive Rückenprobleme hinzu.

Karlheinz Pfizenmaier versucht immer wieder, andere Markthändler für Ilshofen zu gewinnen, um das Angebot noch vielseitiger zu machen, doch "man kriegt keinen her, selbst in Hall ist es schwierig", musste er feststellen. Fisch, eingelegte Oliven, Käse, Bauernbrot, Eier und bratfertige Hähnchen - all das hat es schon auf dem Ilshofener Wochenmarkt gegeben. Manche Stände blieben längere Zeit, aber viele sind nach kurzer Erprobung wieder verschwunden.

Anfangs wurde der Markt hinter dem alten Rathaus abgehalten. Wegen Bauarbeiten mussten die Stände aber vor einigen Jahren auf den Platz vor dem neuen Rathaus ausweichen. Was als Provisorium vorgesehen war, hat den Händlern so gut gefallen, dass sie den Standort beibehalten haben. Die Stadtverwaltung stellt Stromanschlüsse zur Verfügung.

Immer freitags in Ilshofen

Unterwegs Karlheinz Pfizenmaier ist mit Äpfeln, Zwiebeln und Kartoffeln mittwochs und samstags auf dem Wochenmarkt in Schwäbisch Hall und donnerstags in Gaildorf. Sabine und Bernd Rothenbücher stehen mittwochs und samstags mit ihrem Obst- und Gemüseangebot in Öhringen und donnerstags in Möckmühl. Freitags sind beide Stände in Ilshofen zu finden.

SWP